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Lehmbaupaltten Trockenbau mit Lehmplatten

© WEM-Wandheizung

Lehm zählt zu den bauphysikalisch und baubiologisch interessantesten Baustoffen. Er besteht aus annähernd gleichen Teilen Sand, Schluff und Ton und ist sehr weit verbreitet. Seine Fähigkeit zur Wärme und vor allem Feuchtigkeitsregulierung werden von keinem anderen Baustoff erreicht. Allerdings war es bislang sehr aufwendig Lehm auf dem Bau zu verarbeiten. Mit der Entwicklung der Lehmbauplatte hat sich dies nun geändert.

Herstellung der Lehmbauplatten

Lehmbauplatten gibt es von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Ausführungen. Hauptbestandteil ist Lehm bzw. Ton. Dieser wird entweder durch eine Schilfrohrmatte armiert oder wie bei Lehmsteinen durch Stroh- bzw. Holzfasern (Sägespäne) stabilisiert. Ferner können weitere pflanzliche oder mineralische Zuschläge enthalten sein. Die Platten werden nicht wärmebehandelt, so dass die positiven Eigenschaften des Lehms in vollem Umfang erhalten bleiben.

Eigenschaften

Lehmplatten weisen sehr gute Schallschutzeigenschaften auf. Ferner wirken sie regulierend auf Feuchtigkeit und ihre Oberfläche wird als "warm" empfunden. Eine weitere Eigenschaft ist ihre Fähigkeit Geruch zu absorbieren und Strahlung abzuschirmen. Die Einstufung in die Baustoffklassen schwankt je nach Ausführung zwischen B1 - brennbar - und A1 - nicht brennbar.

Verarbeitung von Lehmbauplatten

Lehmbauplatten werden zur Erstellung von Wand- und Deckenverkleidungen und Vorsatzschalen verwendet. Die Lehmbauplatten werden auf ein Stahlprofil oder Holzrahmenkonstruktion mit Hilfe von Schrauben oder Nägeln montiert. Bei Deckenverkleidungen müssen je nach Lehmbauplatten-Typ mit Unterlegscheiben gearbeitet werden. Die Platten können mit handelsüblichen Werkzeugen gesägt werden. Häufig weisen die Stöße der Lehmplatten zur leichteren Verarbeitung Nut und Feder auf. Die Stöße müssen mit einem Jutegewebe oder Glasfasergewebe armiert und mit einem Lehm-Feinputzmörtel verspachtelt werden. Anschließend kann die Lehmbauwand mit einem Lehmputz behandelt werden oder direkt mit 146Lehmfarbe gestrichen werden.

Durch Einführung der Lehmbauplatte kann nun auch im Trockenbau der baubiologisch wertvolle Baustoff Lehm eingesetzt werden.

Kombination mit Wandheizung

Kein anderer Baustoff eignet sich so gut für die Kombination mit einer Wandheizung wie Lehm. Vor der Entwicklung von Trockenbauplatten aus Lehm konnten Wandheizungselemente jedoch ausschließlich in Lehmputz verlegt werden. Mittlerweile bieten einige Hersteller Lehmbauplatten mit integrierten Wandheizungsrohren an. Dadurch wird die Montage einer Wandheizung im Trockenbau sehr viel einfacher, ohne dass auf die baubiologischen Vorzüge der Lehmbaustoffe verzichtet werden muss.

Preise für Lehmplatten

Vergleicht man die Preise mit den gängigen Trockenbauplatten Gipskarton- und Gipsfaserplatten, so muss man für Lehmbauplatten einen deutlich höheren Preis bezahlen. Da die erhältlichen Dicken und Ausführungen bei Trockenbauplatten aus Lehm sehr unterschiedlich sind, ist ein direkter Preisvergleich schwierig. Bei Leichtbauplatten mit einer Dicke von 16mm muss allerdings mit einem Preis ab ca 20 €/qm gerechnet werden. Dies entspricht etwa dreimal soviel, wie man für Gipskartonplatten bezahlen muss und etwa 2,5 mal soviel wie für Gipsfaserplatten.   

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