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Mütze auf, Mantel an!



Gute Wärmedämmung schützt das Klima – und das Konto des Hauseigentümers

Schwäbisch Hall, 08. März 2007 - Der Mensch verliert die meiste Wärme über den Kopf und den Hals. Deshalb trägt man im Winter Mütze und Schal. Während man einem Menschen ansieht, ob er friert oder wettergerecht angezogen ist, ist es bei einem Haus – zumindest für den Laien – kaum möglich, von außen zu erkennen, ob es gegen Wärmeverluste ausreichend geschützt ist. Dabei sind der Klimaschutz und – angesichts steigender Energiepreise – der eigene Geldbeutel gute Gründe, auch den heimischen vier Wänden eine wärmende Hülle zu verordnen. Gute Wärmedämmung ist unverzichtbar – das große Angebot unterschiedlichster Dämmstoffe macht es indes nicht leicht, die richtige Auswahl zu treffen. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat für Bauherren und Modernisierer eine Übersicht der wichtigsten Materialien und Leitlinien für die Auswahl zusammengestellt.

Wer sich eine Mütze oder einen Mantel aussucht, hat die Wahl zwischen den verschiedensten Materialien, Stilen und Herstellungsweisen. Ähnlich bei Dämmstoffen: Es steht eine für den Laien verwirrende Vielfalt zur Verfügung. Die meisten Dämmstoffe bekommen von Stiftung Warentest eine gute Bewertung. Doch nicht jedes Material eignet sich gleichermaßen gut für jede Dämmmaßnahme. Zunächst kann man eine ganze Reihe von Kriterien zugrunde legen.

  • Der Preis: Die Spanne zwischen dem niedrigsten und dem höchsten kann erheblich sein. Naturdämmstoffe sind in der Regel teurer.
  • Die Umweltverträglichkeit: Hier haben Naturdämmstoffe bei Herstellung und Entsorgung deutliche Vorteile. So hat man etwa mit Zelluloseflocken schon nach wenigen Tagen mehr Energie gespart, als zu ihrer Produktion erforderlich war. Bei Polyurethan kann das hingegen bis zu 23 Monate dauern.
  • Die Verarbeitung: Manche Dämmstoffe müssen von Fachfirmen verarbeitet werden, andere eignen sich auch gut für Heimwerker.
  • Die Wärmeleitfähigkeit: Besonders gute Dämmstoffe erreichen einen Wert von 0,035 W/(mk). Bei diesem besonders wichtigen Kriterium sind Produkte aus Erdöl deutlich im Vorteil.
  • Der Brandschutz: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind in Bereichen, an die erhöhte Brandschutzanforderungen gestellt werden, oft nicht einsetzbar.
  • Der Anwendungsbereich: Bei einer Kellerdämmung muss meist ein anderer Baustoff eingesetzt werden als beim Dach. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (Naturdämmstoffe) sind im Erdreich fehl am Platz, Kelleraussenwände lassen sich nicht mit Mineralwolle, sondern mit wasser- und druckfestem Schaumglas dämmen.

Große Auswahl an Dämmstoffen

Für jede Anwendung gibt es zahlreiche gute Varianten, wobei Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Platten und Filze aus Mineralstoff sind hervorragend zur Dachdämmung und zur Dämmung von Außenwänden geeignet, für Zelluloseflocken gilt dasselbe. Doch während man die Filze aus Mineralwolle einfach zwischen die Dachsparren klemmen kann, muss die Zellulose in einen eigens geschaffenen Hohlraum eingeblasen werden – ein aufwendigeres und entsprechend teureres Verfahren. Zellulose wird dafür eine angenehm ausgleichende Wirkung auf das Raumklima nachgesagt. Zudem weist sie die günstigste Energiebilanz auf.

Betrachtet man die einzelnen Bauteile eines Hauses, so ergeben sich gewisse Präferenzen. Zur Dämmung der Kelleraußenwände zum Erdreich hin etwa braucht man Dämmstoffe, die nicht verrotten, die Bodenfeuchte abhalten und dem Erddruck widerstehen. Besonders gut eignen sich dafür Schaumglas und so genannte XPS-Platten. Der lückenlose Abschluss zur Dämmung der oberen Außenwand ist sehr wichtig: Hier dürfen keine Wärmebrücken entstehen, und es darf kein Wasser eindringen. Überhaupt gilt: Jede Wärmedämmung ist nur so gut wie ihre Ausführung. Mangelhaft verarbeitete Anschlüsse und Fugen, an denen Luftfeuchtigkeit kondensiert, können zu schweren Bauschäden führen.

Auf Decken von unbeheizten Kellerräumen wird eine vier bis sechs Zentimeter dicke Dämmschicht geklebt. Geeignet sind dafür praktisch alle Dämmstoffplatten. PUR-Hartschaumplatten haben eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, sind wasserresistent und eignen sich neben Kellerwänden auch gut für Flachdächer. Vielfältig einsetzbar sind auch die Holzfaserdämmplatteplatte, die sich dank ihrer Eigenschaften – feuchteregulierend, druckfest und handlich – großflächig verbauen lassen. Sie halten nicht nur in der Heizperiode die Wärme im Haus, sondern dank ihrer hohen Wärmespeicherfähigkeit auch im Sommer das Haus angenehm kühl.

Wärmeleck Fassade

Ein gewaltiges Wärmeleck ist häufig die Fassade. Die gebräuchlichste Variante der Dämmung ist das . Dabei werden Dämmstoffplatten aus Mineralschaum oder Kork auf den Außenputz geklebt und gedübelt und anschließend wieder verputzt. Bei einem zweischaligen Mauerwerk bietet es sich an, die Luftschicht im Zwischenraum mit Schüttungen zu füllen. Dafür kann man beispielsweise Perlite, ein mineralisches Schüttgut, oder das Getreidegranulat Ceralith verwenden.

Bei Klinker- oder Fachwerkfassaden, erst recht bei denkmalgeschützten Häusern, ist eine Außendämmung nicht möglich. Für die Innendämmung gibt es Dämmplatten aus Kalziumsilikat, Polystyrol, Zellulose oder Holzfasern, die direkt auf die Wand aufgebracht werden. Alternative: eine Holzständerkonstruktion, die als Wand vor die Wand gesetzt und mit Zellulose, Holzspänen oder mineralischem Schüttgut verfüllt wird.

Wird der Dachboden nicht bewohnt, ist eine Wärmedämmung einfach und kostengünstig. Dämmstoffmatten mit einer Stärke von bis zu 20 cm lassen sich auf der obersten Geschossebene verlegen und mit Spanplatten abdecken. Eine Holzbalkendecke kann man alternativ auch mit Schüttgut – neben Perlite und Ceralith eignet sich auch Korkgranulat – verfüllen. Zudem gibt es Verlegeplatten, die Wärmedämmung und trittfeste Oberfläche zugleich sind.

Für die Dachflächen schließlich bietet sich das ganze Spektrum der Dämmstoffe an. Man kann Matten, Platten oder Filze aufbringen und sie anschließend verkleiden oder einen Hohlraum schaffen, der verfüllt wird. Bei Matten gibt es neben dem Klassiker Mineralwolle auch solche aus Wolle oder Flachs. Wolle kann Schadstoffe aus der Luft filtern und bis zu 30 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne die Dämmwirkung einzubüßen. Flachs hat nicht nur gute Dämmeigenschaften, sondern reguliert auch das Raumklima und ist zudem für Heimwerker leicht zu verarbeiten.

Fachmännische Beratung rechnet sich

Welcher Dämmstoff nun fürs eigene Haus besonders gut geeignet ist – diese Frage kann am besten ein Energieberater beantworten. Er kann nicht nur klären, wie ein Dämmstoff die Bauphysik des Hauses beeinflusst, sondern auch verschiedene Varianten durchrechnen und sagen, welche sich wann amortisiert. Dabei gilt die Faustregel: Je älter das Haus, desto schneller rechnet sich die nachträgliche Wärmedämmung. Ein nach dem aktuellen Stand der Technik errichtetes Niedrigenergiehaus mit einer Wohnfläche von 100 m2 verbraucht zwischen 500 und 700 Liter Heizöl jährlich. Bei einem nach der Wärmeschutzverordnung 1995 gebauten Haus gleicher Größe sind es immerhin schon 1.000 Liter, bei einem Mitte der 80er Jahre nach den damaligen Vorschriften errichteten Eigenheim sogar 1.500 Liter. Und ein ungedämmtes Einfamilienhaus, Baujahr 1960, verfeuert im Jahr nicht weniger als 3.700 Liter Heizöl – das Fünf- bis Siebenfache eines heutigen Niedrigenergiehauses.


Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall
Frau Ingrid Lechner
Telefon: 0791 / 46 - 2929
Telefax: 0791 / 46 - 4072



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