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Elektrosmog ist oftmals ein hausgemachtes Problem


Foto: Marianne Hauck www.pixelio.de

Standortexperte Karsten Baldermann untersucht Häuser und Wohnungen - Nicht immer ist das Handy Schuld

Die Diskussion um Sinn und Unsinn ständiger Erreichbarkeit ist mindestens so alt wie das Handy selbst. Als die Mobiltelefone sich vor gut 15 Jahren anschickten, als Massenprodukt Deutschland zu erobern, galt die Faustregel: Wer richtig wichtig ist, telefoniert mobil. Heute outen sich immer mehr prominente Zeitgenossen als regelrechte Handymuffel. „Wer mit mir kommunizieren will, der muss sich schon etwas mehr Mühe geben, als nur zum Telefonhörer zu greifen“, lautet die neue Devise.

Unbestritten ist, dass das Mobiltelefon die Gesellschaft wie kaum ein anderes Kommunikationsmedium - noch nicht einmal das Internet kann da Schritt halten - verändert hat. Doch seit es flächendeckenden Mobilfunk in Deutschland gibt, gibt es auch die kritischen Stimmen, die vor hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Wellen und ihrer noch kaum erforschten Wirkung auf den menschlichen Organismus warnen. „Elektrosmog“ lautet das Schlagwort, das heute polarisiert und die Bevölkerung in „Handyfreaks“ und „Handypaniker“ teilt. „Elektrosmog ist gleich Handy“ lautet die Formel.

Der Berliner Karsten Baldermann warnt vor dieser vereinfachten Sichtweise. Als baubiologischer Standortexperte beschäftigt er sich professionell mit den Wechselwirkungen zwischen elektrischen sowie elektromagnetischen Feldern und dem menschlichen Organismus. Er besucht Familien und nimmt in deren Wohnungen umfangreiche Messungen auf die technische Störstrahlung vor, berät bei Bedarf, wie eine Sanierung eingeleitet werden kann. Zuletzt hat Baldermann dabei immer häufiger festgestellt, dass der Mobilfunk als alleiniger Verursacher von Elektrosmog angesehen wird, andere Faktoren dabei aber in den Hintergrund treten. „Dabei ist ein Großteil der Elektrosmog-Belastung in unserem täglichen Umfeld hausgemacht“, warnt er.

„Wer über den frisch errichteten Sender in der Nachbarschaft klagt, sollte sich auch einmal Gedanken über den eigenen Umgang mit der Elektrizität machen. Denn überall, wo Elektrizität zum Einsatz kommt, entstehen abhängig von der Stärke des Stromes elektrische und magnetische Felder“, erklärt der 40-Jährige und verweist auf heute übliche Schlafzimmereinrichtungen. „Radiowecker, Fernseher, Stereoanlage, Schnurlostelefon und die elektrische Heizdecke - das alles befindet sich bei vielen Menschen in direkter Bettnähe“, beschreibt er eine Situation, die er bei Hausbesuchen häufig antrifft. Noch extremer ist es in Kinder- und Jugendzimmern, die er als „Wohnungen innerhalb der Wohnung“ bezeichnet. „Sieht man einmal von der Küchenelektronik ab, finden wir in Jugendzimmern sämtliche Geräte, die ansonsten über eine ganze Wohnung verteilt sind, geballt vor. In diesen Fällen muss ich zunächst einmal erklären, dass auch niederfrequente elektrische und magnetische Felder, die von jedem Haushaltsgerät erzeugt werden, einen Einfluss auf den Organismus haben können. Insbesondere natürlich während der Nachtruhe, wenn der Organismus äußerst sensibel auf jegliche Art von Stimulation reagiert.“ Die technische Revolution in Schlafzimmern habe dazu geführt, dass er bei zahlreichen Messungen in Bettnähe höhere Belastungen festgestellt habe, als aktuell an Computerarbeitsplätzen erlaubt sei.

Erste Anzeichen für einen möglicherweise belasteten Schlafplatz seien häufig Schlafstörungen. „Die klassischen Probleme sind nächtliche Schweißausbrüche, ein unruhiger Schlaf und daraus resultierend tagsüber Müdigkeitsattacken und Konzentrationsstörungen“, beschreibt Karsten Baldermann die Symptome der Betroffenen, die sich vertrauensvoll an ich wenden. Oft wird er aber erst dann gerufen, wenn unerklärliche gesundheitliche Probleme bereits seit Jahren zum Alltag seiner Klienten gehören. Viel lieber wäre es dem Standortexperten, wenn in der Öffentlichkeit ein größeres Bewusstsein für die Problematik vorhanden wäre und er präventiv, beispielsweise direkt nach dem Umzug in ein neues Haus, tätig werden könnte. Aus diesem Grund widmet er einen großen Teil seiner Freizeit der Aufklärungsarbeit. „Wann immer es meine Zeit erlaubt, halte ich Vorträge und hoffe, auf diese Weise die Menschen für die Thematik sensibilisieren zu können.“

Wann und wo die nächsten Infovorträge, bei denen Karsten Baldermann auch auf das seit Jahrhunderten in vielen Kulturen erforschte Phänomen der Erdstrahlung eingeht, stattfinden, kann telefonisch unter 030 / 39 03 41 53 erfragt werden.

Karsten Baldermann



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