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Optimierte Baustoffe und Vorfertigung verändern den Massivbau Schwäbisch Hall, 21. Juni 2006 - Häuser werden, heißt es, „Stein auf Stein“ gebaut. Doch was heißt eigentlich „Stein“? Die Industrie hat in den letzten Jahren moderne Materialien für den Massivhausbau konsequent optimiert und einige Innovationen hervorgebracht: für schnellere Bauzeiten, eine hohe Energieersparnis, einen guten Schallschutz und Brandschutz sowie ein angenehmes Raumklima. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall gibt einen Überblick über die besten Baustoffe für ein massives Haus. Der Massivhausbau ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwierige Situationen Kreativität und Erfindungsreichtum herausfordern und fördern können. Während der Wirtschaftskrise haben weniger Menschen gebaut, der Fertigbau mit seinen kurzen Bauzeiten war eine Riesen-Konkurrenz und die Energieeinsparverordnung hat den Dämmstandard neuer Häuser deutlich nach oben geschraubt. Die Massivhausbranche musste reagieren: mit günstigen Angeboten für weniger betuchte Bauherren, mit neuen Konzepten, die einen deutlich schnelleren Baufortschritt erlauben und mit neuartigen Baustoffen, die einen exzellenten Wärmeschutz gewährleisten. Vorfertigung verkürzt die BauzeitDie bemerkenswerteste Innovation betrifft die Bauzeit. Die alte Regel, nach der ein Stein auf Stein gemauertes Haus sämtliche vier Jahreszeiten erlebt haben soll, ehe die Bewohner einziehen, gilt nicht mehr. Zum einen hat auch die Massivhausbranche die Vorteile der Vorfertigung entdeckt. Vom Wetter unabhängig und mit Hilfe von Computern werden in großen Werkshallen die oft mehrere Meter hohen, massiven Mauerwerkstafeln produziert und individuell mit Aussparungen für Fenster und Türen zugeschnitten, von den Keller- über die Außenwände bis hin zu Decken- und Massivdachplatten. Das hat den Vorteil, dass die Elemente auf dem Tieflader bereits trocken auf der Baustelle ankommen, also nicht erst austrocknen müssen und damit besser gegen Feuchteschäden gefeit sind. Auch die Baustellen selbst haben sich verändert: Weniger Menschen als früher, dafür mehr Maschinen und Kräne erledigen die notwendigen Arbeitsgänge. Um die großformatigen Wand- und Deckenelemente einzupassen, sind weniger Handgriffe nötig. Es fallen weniger Kleinarbeiten und auch weniger Abfälle an – ganz ähnlich wie auf einer Baustelle, auf der ein Fertighaus errichtet wird. Die Vorstellung, dass nur ein im wortwörtlichen Sinn Stein auf Stein gemauertes Haus echte deutsche Handwerksarbeit darstellt, ist überholt. Schließlich kommt eine stärkere Industrialisierung in der Regel der Bauqualität zugute: weil in Werkshallen witterungsunabhängig sorgfältiger gearbeitet werden kann und weil Computer präziser messen und steuern können als der beste Maurergeselle. Millimetergenaue Formatierung statt Stein auf SteinNeben dem Trend zur Vorfertigung gibt es eine weitere Entwicklung, die das Bautempo ebenfalls deutlich beschleunigt. Mit millimetergenau formatierten Kalksandstein-, Ziegel- oder Leicht- bzw. Porenbeton-Plansteinen wurde auch die klassische Stein-auf-Stein-Bauweise revolutioniert. Die 12 mm dicke Backstein-Mörtelfuge, die jahrhundertelang als Ausgleichsmasse für abweichende Steinformate diente, hat sich damit erledigt. Nur 1-3 mm dick wird heute der Mörtel aufgetragen, am besten gleich mit einem automatischen Mörtelschlitten. Die Blöcke sind nach DIN genormt und zudem oft mit Nut und Feder für eine perfekte Verbindung ausgestattet. Insofern wird heute auch kaum noch im klassischen Sinn „gemauert“: Vielmehr werden die Elemente zugesägt, aneinander gereiht, aufeinander gestapelt und verklebt – und für Tür- und Fensterstürze oder Rollladenkästen werden eigens geformte Bauteile eingepasst. Aber welcher Baustoff soll es nun sein? „Massiv“ bedeutet ja nicht mehr, als dass es sich um Materialien handelt, die aus Sand, Kalk- oder Bimsstein, Kies oder Ton hergestellt wurden - aus Natursteinen werden heute höchstens noch Fassaden errichtet. Grundsätzlich sollen Wände und Decken entstehen, die
Dauerbrenner ZiegelBetrachtet man die üblicherweise beim Massivbau zum Einsatz kommenden Baustoffe – Ziegel, Kalksandstein, Bimsstein, Beton oder Porenbeton – so unterscheiden sich diese durchaus im Hinblick auf die genannten Kriterien. Der Ziegel ist der mit Abstand am häufigsten verwendete Wandbaustoff: Jedes zweite Haus in Deutschland wird damit gebaut. Er verfügt über sehr gute bauphysikalische Eigenschaften und ist vor allem wegen seiner hohen Wärmedämmfähigkeit und des Brandschutz- und Feuchteverhaltens beliebt für Außen- und Innenwände. Zudem ist dieser in vielen Varianten erhältliche Baustoff extrem widerstandsfähig und bietet sehr guten Schutz vor Elektrosmog. Eine Füllung aus Perlite verbessert zudem die Dämmung. Kalksandstein: Zusätzliche Dämmung nötigDer Kalksandstein ist nicht nur besonders umweltverträglich, sondern überzeugt auch durch exzellenten Brand- und Schallschutz. Aufgrund seiner schlechten Wärmedämmeigenschaften kann er jedoch für ein Außenmauerwerk nicht ohne zusätzliche Dämmschichten – entweder einschalig mit Wärmeverbundsystem oder zweischalig mit Kerndämmung – verwendet werden. Bringt man ein Wärmedämmverbundsystem an, kann wiederum der Schallschutz beeinträchtigt werden. Porenbeton: Ideal zum SelbstbauPorenbeton bietet dagegen eine ausgezeichnete Wärmedämmung und guten Brandschutz. Da aber die Wasseraufnahmefähigkeit wegen der vielen Poren extrem hoch ist, muss bei Außenwänden besonders akribisch darauf geachtet werden, dass der Putz handwerklich sauber ausgeführt wird und wasserabweisend ist. Denn Porenbeton kann sich bei stehendem Wasser vollsaugen wie ein Schwamm. Im Vergleich zu Ziegel und Kalksandstein hat Porenbeton eine geringere Wärmespeicherfähigkeit und sorgt damit weniger gut für einen Temperaturausgleich. Da die Blöcke leicht zu verarbeiten sind, eignen sie sich besonders gut für den Selbstbau. Die Stärken von Beton liegen aufgrund der hohen Rohdichte beim Schall- und Brandschutz sowie bei der Wärmespeicherfähigkeit. Um aber eine gute Wärmedämmung zu erzielen, ist eine zusätzliche Außendämmung erforderlich. Wände aus Beton werden vorgefertigt, Böden und Decken vor Ort gegossen. Bimsstein, mit Zement gebunden auch Leichtbeton genannt, ist am wenigsten verbreitet. Er verfügt über gute bauphysikalische Eigenschaften und erreicht gute Wärmedämmwerte, speichert aber lange die Feuchtigkeit. Weiterer Nachteil: Bimsstein kann, vor allem wenn er nicht lange genug gelagert wurde, „schwinden“, also kleiner werden, was leicht zu Schäden im Putz führen kann. So verschieden die Bausteine für ein Massivhaus, so unterschiedlich die endgültige Optik. Denn die Wahl der Fassade hängt nicht vom Material der Wände ab. Je nach Geschmack kann das Outfit des Hauses also Klinker, Putz oder Naturstein, ja sogar Holz sein: Solidität nach innen, Individualität nach außen. Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall weitere ArtikelNachrichten LehmbauAuro Holzlasur Aqua Adressen Fotovoltaik |