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Schallschutz im Holzbau Ohne Schall und Rauch

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Eins vorweg: Der Holzbau steht dem Massivbau in Bezug auf den Schallschutz in nichts nach! Erreicht wird die gute Schalldämmung durch zwei- und mehrschalige Wand- und Deckenaufbauten. Entscheidend ist, neben einer guten Planung, die Verwendung der richtigen Produkte und eine sorgfältige Ausführung. Ein wichtiger Begriff bei der Schalldämmung ist die Entkoppelung, die im Massivbau allerdings eine ebenso große Rolle spielt, im Holzbau allerdings mehr Detailarbeit benötigt.

Architekten und Planer sollten vor dem Bau mit den Bauherrn klären, welche Bedeutung der Schallschutz für sie hat und ob es eventuell einzelne Räume oder Bereiche gibt, in denen dieser eine besonders große Rolle spielt, denn Mehrkosten können sich durch einen erhöhten Schallschutz schon ergeben.

Schalldämmung von Luft- und Trittschall

Grundsätzlich wird beim Thema Schallschutz zwischen Luft-, Köper- und Trittschall unterschieden. Dabei bezeichnet Luftschall Schallwellen, die sich, wie der Name bereits vermuten lässt, über die Luft ausbreiten. Er wird unter anderem durch Musik oder Sprache erzeugt. Körperschall wird zum Beispiel von der Decke auf die Wand übertragen, wo er dann möglicherweise in einer anderen Etage zu Beeinträchtigungen führt. Sehr schwere Massivwände haben hier gegenüber Leichtbaukonstruktionen klare Vorteile. Trittschall schließlich wird als Körperschall, beispielsweise durch das Begehen der Decke, erzeugt. Die Decke wiederum wandelt den Trittschall in Luftschall um, der in der Etage darunter störend sein kann. Für die schalldämmende Wirkung eines Bauteils gegenüber Luftschall gilt das Schalldämmmaß R. Es gibt an, wie hoch der Widerstand gegenüber Schall ist. Je höher die Zahl, desto besser der Schallschutz. Für den Trittschall ist der Normtrittschallpegel L relevant. Er gibt an, wie gut ein Bauteil den Schall überträgt. Hier sollte die Zahl also möglichst klein sein.

Grundsätzlich geht es darum, eine gute Schalldämmung sowohl gegenüber Außenlärm als auch innerhalb des Gebäudes herzustellen. Während dies im Einfamilienhaus im Ermessen des Bauherrn liegt, gelten bei mehrgeschossigen Bauten und bei Reihenhäusern die Vorgaben der DIN 4109, wobei hier das Beiblatt 2 die anerkannten Regeln der Technik widerspiegelt. Beiblatt 2 definiert den erhöhten Schallschutz, der heute im Mehrfamilienhaus das Mindestmaß darstellt. Empfehlungen der DEGA (Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.) gehen über diese Werte noch hinaus und sind im Holzbau schwerer zu erreichen.

Die richtige Schallschutz-Konstruktion

Während bei einschaligen Bauteilen die Dämmwirkung in erster Linie von der flächenbezogenen Masse abhängt, ist bei mehrschaligen Bauteilen vor allen Dingen die Konstruktion relevant. Für einen guten Schallschutz geht es also nicht allein um eine möglichst große Masse, sondern vor allen Dingen um den richtigen Aufbau. Eine sorgfältige Ausführung der Bauteile selbst sowie der Anschlüsse zwischen Decke und Wand ist ebenso wichtig wie beim Wärmeschutz. So genannte Körperschallbrücken müssen, beispielsweise durch Dämmstreifen an den richtigen Stellen, vermieden werden. Sie entstehen aber auch durch unsauberes Arbeiten. Selbst Mörtelklumpen oder Teppichkleberreste können als Körperschallbrücken wirken.

Holzdecken benötigen für eine gute Schalldämmung immer einen Aufbau mit Trittschalldämmung, Nass- oder Trockenestrich und meist auch eine zusätzliche Schüttung, um die Masse zu erhöhen. Eine an Federbügeln abgehängte Gipsplatten-Decke kann die Masseschüttung ersetzen, wenn das Holz der Decke nicht sichtbar sein soll.

Die Standard-Außenwand in Holzbauweise mit Holzständern, Innenbekleidungen und hinterlüfteter Außenfassade kann meist eine gute Schalldämmung gegen Außenlärm vorweisen. Der Schutz gegen die Übertragung von Körperschall aus der Geschossdecke ist allerdings nicht die Stärke dieser Konstruktion. Hier sind Massivholzwände, aufgrund ihrer höheren Masse, die bessere Alternative. Dabei ist verleimtes Brettschichtholz wegen seiner Ausgasungen etwas kritischer zu sehen, während unverleimte Vollholzkonstruktionen (beispielsweise von Nurholz oder Holzius) in Bezug auf die Wohngesundheit zum Teil als weniger kritisch eingeschätzt werden können.

Wie immer kommt es aber auch hier auf die Details an. So  wirkt sich beim Übergang zwischen Wand und Geschossdecke der Bodenaufbau auf die Schalldämmwerte aus. Die Erhöhung der Masse, beispielsweise durch eine gebundene Schüttung in bzw. auf einer Holzdecke, verbessert die Schalldämmwirkung erheblich. Grundsätzlich gilt: Ideal ist eine möglichst hohe Masse bei möglichst geringer Biegesteifigkeit der Schalen.

Flankenübertragung

In Bezug auf den Luftschall muss außerdem die so genannte Flankenübertragung über angrenzende Bauteile, wie Außenwände, berücksichtigt werden. Hier können biegeweiche Vorsatzschalen oder elastische Anschlüsse notwendig sein.

Interessanterweise bieten gerade natürliche Dämmmaterialien sowohl einen guten Wärme- als auch einen guten Schallschutz. So wirken sich Holzweichfaserplatten oder Hanfdämmung  positiv auf den Schallschutz aus. Grundsätzlich leiten weiche Dämmmaterialien auf Grund ihrer Struktur Schwingungen nicht weiter.

Nichttragende Innenwände

Zimmerwände, die die Decke nicht tragen müssen, können am einfachsten und schalltechnisch optimal in Metallständerkonstruktionen mit ein- oder zweifacher Beplanunkung und Hohlraumdämmung aus Naturfasern ausgeführt werden. Die erzielten Schalldämmwerte liegen deutlich höher als bei massiv gemauerten Wänden gleicher Stärke.