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Fotovoltaikförderung wird außerplanmäßig gekürzt

Freilandanlage Fotovoltaik
© Andreas Hermsdorf - pixelio.de

Strom aus Fotovoltaikanlagen ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. Über 700.000 Dächer sind mittlerweile mit einer Fotovoltaikanlage bestückt und es werden täglich mehr. Allein im Jahr 2010 sind 8000 Megawatt installierter Solarstromleistung hinzugekommen. Angetrieben wird dieser Boom durch die Einspeisevergütung für Solarstrom, wie sie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt wurde. Darin wird jedem Betreiber über einen Zeitraum von 20 Jahren eine feste Vergütung für den mit Fotovoltaik erzeugten Strom garantiert. Für Anlagen, die bis zum 31.12.2010 installiert wurden, erhält der Betreiber beispielsweise eine Vergütung von 33,03 Cent/kWh. Zum Jahresbeginn wurde dieser Satz auf 28,74 Cent/kWh gesenkt. Finanziert wird diese Vergütung im Umlageverfahren durch alle Stromkunden.

Kürzung ist abhängig von Marktentwicklung

Der starke Boom der Fotovoltaik hat deshalb auch zu einer spürbaren Erhöhung des Ökozuschlags geführt. Um den Markt vor einer Überhitzung zu bewahren wurde nun von der Bundesregierung eine außerplanmäßige Kürzung der Fotovoltaikförderung im jahr 2011 beschlossen. Nach den Plänen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen soll die gharantierte Einspeisevergütung zum 1. Juli zwischen 3 und 15 Prozent gesenkt werden. Die tatsächliche Höhe der Kürzung hänge allerdings von der Marktentwicklung ab. Werden im Zeitraum März bis Mai bis 3500 Megawatt installiert, so werde um 3 Prozent gesenkt. Für jeden weiteren Zuwachs von 1000 Megawatt reduziere sich die Vergütung abermals um 3 Prozent.

Solarbranche hat an Vorhaben mitgearbeitet

An dem Entwurf für die Gesetzesänderung mitgewirkt hat die Solarbranche, was vom Bundesumweltminister lobend hervorgerufen hat. Es sei ein einmaliger Vorgang in Deutschland, dass eine Lobby sich aktiv an einer Kürzung der ihr zugute kommenden Förderung mitgewirkt habe. Zustimmung erhielt das Vorhaben auch von den GRÜNEN.

Notwendig geworden ist die Anpassung letzlich durch den Preisverfall bei Solarmodulen. Denn trotz mehrmaliger Verringerung der Vergütungssätze ist die Investition in eine Fotovoltaikanlage noch immer rentabel. Weitere Steigerungen im Ausmaß von 2010 würden deutliche Strompreissteigerungen zur Folge haben und könnten zu einem unabsehbaren Imageschaden der Solarbranche führen. Mit der beschlossenen Maßnahme ist man dem entgegengetreten.