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Dachbegrünung

© Johannes Gerstenberg / pixelio.de

Eine Dachbegrünung weist gegenüber gebräuchlichen Dachbedeckungen eine Reihe von Vorteilen auf:

  • sie ist schön anzusehen
  • bildet wertvolle Biotope in der Stadt
  • verbessert die Luft
  • hält in gewissem Umfang Niederschläge zurück

Darüberhinaus weist eine Dachbegrünung aber auch bauphysikalische Vorzüge auf:

  • sie gleicht Temperaturschwankungen aus (kühlt im Sommer, wärmt im Winter)
  • sie verlängert die Lebensdauer des Daches

Dachneigung

Ausschlaggebend für den Aufbau der Dachbegrünung ist die Dachneigung. Am einfachsten zu realisieren ist eine Dachbegrünung bei einer Dachneigung zwischen 5 und 15 %, da hier einerseits keine baulichen Vorkehrungen gegen das Abrutschen des Substrates erforderlich sind und andererseits keine besondere Dränschicht zur Vermeidung von Staunässe benötigt wird.

Dachhaut und Durchwurzelungsschutz

Um die unter der Dachbegrünung liegenden Bauteile dauerhaft vor Witterungseinflüssen zu schützen ist eine wasserableitende Schicht und ein Durchwurzelungsschutz erforderlich. Eine reine Bitumenschicht ist nicht ausreichend, da sie von verschiedenen Pflanzenwurzeln durchdrungen werden kann. Hier ist mit bitumenverträglichen Kunsttoffolien ein zusätzlicher Schutz anzubringen. Als reine Pflanzenschutzschicht eignen sich spezielle PE-Folien oder polyolefinbeschichtete Gewebe. Gegenüber dem gerne verwendeten PVC sind diese Materialien auch ökologisch unbedenklicher einzustufen, lassen sich allerings nur schwierig oder gar nicht (PE-Folie) an den Stoßflächen verbinden und müssen deshalb großzügig überlappt werden.

Substrat

Das Substrat dient áls Durchwurzelungsschicht für die Vegetation, Nährstoff- und Wasserspeicher aber auch der Wasserabführung. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden wird Mutterboden mit mineralischen Leichtzuschlägen (Bims, Lava, gebrochener Blähton, Blähschiefer oder recycelter porosierter Ziegelstein). Bei geneigten Dächern ohne Dränschicht sollte der Anteil des Mutterbodens von oben nach unten hin abnehmen, damit die Dränwirkung des Substrates nach unten hin erhöht wird. Zu beachten ist, dass bei Extensivbegrünungen der Mutterboden nicht zu nährstoffreich sein darf. Insbesondere bei Ton/schluffanteilen über 20% sollte der Boden mit Sand abgemagert werden. Die Substratdicke hängt von der Vegetation und der Dachneigung. Bei Dachneigungen über 5% und einer Extensivbegrünung beträgt die Substratstärke meist 15 cm.

Vegetation

Dächer stellen für die dort angesiedelte Vegetation einen Extremstandort dar. Die Pflanzen sind oft einer hohen Windbelastung ausgesetzt und mit abnehmenden Substratstärken und Ausrichtung des Daches auch Trockenstress. Sollen die bauphysikalischen und ökologischen Vorteile einer Dachbegrünung voll zum Tragen kommen, so sollte ein möglichst dichtes Vegetationspolster etabliert werden. Dies kann am einfachsten und kostengünstigsten mit einer extensiven Mischung aus Wildgräsern und Wildkräutern erzielt werden. Die erforderlichen Substratdstärke liegt hier bei ca 12-15 cm. Sind aus Gewichtsgründen nur geringe Substratstärken möglich, können Sedumarten oder Moose eingesetzt werden (Substratstärke 3-8 cm). Vor allem bestimmte Sedumarten sind trockenresistent und überleben selbst auf einem zwischenzeitlich völlig ausgetrockneten Substrat.

Finanzielle Zuschüsse für eine Dachbegrünung

Mittlerweile gibt es einige Möglichkeiten direkte Zuschüsse bzw. zinsverbilligte Darlehen für die errischtung einer Dachbegrünung zu beantragen. Ein ausführlicher Artikel von Wolfgang Ansel vom Deutschen Dachgärtner Verband informiert ausführlich über die Möglichkeiten Zuschüsse für eine Dachbegrünung zu erhalten.

Literatur: Minke, Gernot: Dächer begrünen - einfach und wirkungsvoll. Planung, Ausführungshinweise und Praxistipps. ökobuch Verlag, Staufen bei Freiburg 2000

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