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Wandfarbe - Kalkfarbe, Silikatfarbe, Naturharz-Dispersionsfarbe![]() Von den Naturfarbenherstellern wird inzwischen eine sehr breite Palette von Wandfarben für den Innen- und Außenbereich angeboten. Die Wahl der richtigen Farbe richtet sich hauptsächlich nach dem Untergrund und dem Anwendungsbereich. Naturharz-DispersionsfarbeNaturharz-Dispersionsfarbe ist die am vielseitigsten einsetzbare Wandfarbe. Sie ist sowohl für mineralische Untergründe (Gipskarton, Gipsfaserplatten) als auch für Tapeten und zum Überstreichen von Altanstrichen geeignet und ist wisch- und waschfest. Naturharz-Dispersionsfarben sind in der Regel lösemittelfrei und waserverdünnbar. Während dies inzwischen auch für viele konventionelle Kunstharz-Dispersionsfarben gilt, rücken hier mehr und mehr die negativen Begleiterscheinungen der chemisch-synthetischen Konservierungsstoffe in den Blickpunkt. In den Naturharz-Dispersionsfarben beschränkt man sich deshalb auf die unproblematischen Borsalze und pflanzliche Öle (z.B. Bergamottöl). Neben den Naturharzen, die als Bindemittel dienen sind die weißen Pigmente Kreide und Titandioxid, der Füllstoff Talkum und Zelluose wichtige Bestandteile von Naturharz-Dispersionsfarben. Silikatfarbe (Mineralfarbe)Silikatfarbe zählt zu den beständigsten Anstrichen und wird deshalb nicht nur im Innenbereich, sondern auch als Fassadenanstrich verwendet. Wichtigster Bestandteil ist Kaliwasserglas, das unter Einwirkung hoher Temperaruren aus Quarzsand und Kaliumcarbonat (Pottasche) gewonnen wird. Die hohe Festigkeit und Wiederstandsfähigkeit von Silikatfarbe beruht auf der ?Verkieselung? des Wasserglases beim Trocknungsvorgang. Silikatfarbe ist hoch diffusionsfähig und waschfest. Es ist alkalisch und wirkt deshalb auf natürliche Weise desinfizierend. Bei der Verarbeitung sollten Handschuhe und Schutzbrille getragen werden. KaseinfarbeKasein ist der Hauptbestandteil des Milcheiweißes. Es wird bevorzugt aus fettarmer Milch durch Ausfällung gewonnen und besitzt eine sehr hohe Bindekraft. Wie Höhlenmalereien belegen war diese Kenntnis schon vor tausenden von Jahren bekannt. KalkfarbeKalkfarbe besteht ursprünglich ausschließlich aus gelöschtem Kalk (Sumpfkalk) und Wasser und war vor der Einführung der Kunstharz-Dispersionsfarben die bedeutendste Wandfarbe. Der Kalk fungiert dabei als Bindemittel und als Pigment. Kalkfarbe ist hoch diffusionsoffen, wischbeständig und durch seine feuchtigkeitsregulierende Wirkung für Feuchträumen geeignet. Kalkfarbe ist alkalisch und wirkt deshalb auf natürliche Weise desinfizierend. Bei der Verarbeitung sollten Handschuhe und Schutzbrille getragen werden. Beim Abtönen muss darauf geachtet werden, dass kalkechte Pigmente verwendet werden und der Pigmentanteil 5 % nicht übersteigt. Kräftige Farbtöne lassen sich deshalb mit reinen Kalkfarben nicht realisieren. Von den Naturfarbenherstellern werden heute auch gebrauchsfertige Kalkfarben angeboten. Diese beeinhalten neben Kalk weitere mineralische Pigmente und Bindemittel. Die relativ geringe Deckkraft einfacher Kalkfarben wird dadurch deutlich verbessert. |