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Kalkstreichputz die natürliche Wandbeschichtung

© AURO Pflanzenchemie AG

Fragen der Wohngesundheit spielen bei Bau- oder Renovierungsarbeiten für viele Menschen eine immer größere Rolle. Hierzu gehören die Minimierung möglicher Schadstoffquellen genauso wie ein behagliches Wohnraumklima. Insbesondere die Regulierung der Luftfeuchtigkeit wird immer wichtiger, da moderne Bauten eine steigende Luftdichtheit  und einen damit verbundenen geringeren Luftaustausch aufweisen. Hinzu kommt, dass im Hausinneren vielfach der  Anteil an feuchtigkeitsregulierenden Materialien abnimmt. Fliesen-, Laminat- oder Vinyl-Böden sowie mit Lack versiegelte Holzböden sind nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage, kurzfristig Luftfeuchtigkeit aufzunehmen bzw. abzugeben.

Roll- und Streichputze als Alternative für den Trockenbau

Eine sinnvolle Alternative stellen hier Roll- und Streichputze auf Kalkbasis dar. Das sind Putze mit einer Körnung von meistens 0,5 mm, die nicht reibefähig sind, sondern mit einem Quast oder einer Rolle aufgetragen werden. In ein bis zwei Anstrichen ergeben sich so Putzdicken von bis zu 1 mm Stärke. Hauptbestandteil dieser Putze ist Sumpfkalk. Weitere Bestandteile sind Kreide- und Kalksteinmehl, Zellulose und Leinöl. Diese Bestandteile garantieren eine einfache Verarbeitung des Produktes sowie die ausreichende Abriebfestigkeit des Putzes. Wählt man den Streichputz eines Naturfarbenherstellers, so kann die genaue Zusammensetzung des Produktes dem technischen Merkblatt entnommen werden, denn diese haben sich zur Volldeklaration ihrer Produkte verpflichtet. Ein Umstand, der vor allem von Allergikern geschätzt wird. Auch wird hier auf den Zusatz chemisch synthetischer Lösungs- und Konservierungsmittel sowie auf Kunstharze verzichtet. Kalkstreichputze werden gebrauchsfertig im Eimer angeboten.

Vorbereitung des Untergrundes

Für einen dünnlagigen Putz empfehlen die meisten Naturfarbenhersteller eine  Spachtelung in der Qualitätsstufe Q3. Nach den Spachtelarbeiten muss der Untergrund mit einer Mineralputzgrundierung vorgestrichen werden. Um die Diffusionsfähigkeit des Putzaufbaus zu gewährleisten, sind die meist auf Silikaten basierenden Grundierungen ebenfalls offenporig. Das ist sehr wichtig für das spätere Raumklima, hat aber auch zur Folge, dass Stoffe auf dem Untergrund durchschlagen können. So können zum Beispiel Wasserflecken, Leimrückstände von abgelösten Tapeten oder nur teilflächig gespachtelte Trockenbauplatten die Putzoberfläche fleckig bzw. wolkig wirken lassen. In dem Fall hilft ein anschließender Anstrich mit Kalkfarbe, um diese unschönen Spuren zu beseitigen. Der Anstrich darf jedoch erst erfolgen, wenn der Streichputz vollständig getrocknet ist.

Viele Gestaltungsmöglichkeiten für individuelle Räume

Durch die Verwendung eines Quasts oder einer Rolle bekommt die Putzoberfläche eine besonders lebendige Struktur. Die kristalline Beschaffenheit des Kalks sorgt zudem dafür, dass das Licht nicht direkt reflektiert, sondern zuvor mehrfach gebrochen wird. Das führt zu einer sehr schönen, natürliche Wandoberfläche mit hoher Strahlkraft.
Auch bei der farblichen Gestaltung bieten Streichputze sehr vielfältige Möglichkeiten. Mit speziellen Vollton-Abtönfarben lässt sich ein großes Farbspektrum erzielen. Dabei ist zu beachten, dass ein direkt mit Pigmenten abgetönter Kalkstreichputz immer unregelmäßig, fleckig-wolkig trocknet. Soll eine gleichmäßig eingefärbte Fläche erzielt werden, empfiehlt sich das Überstreichen des absolut trockenen Putzes mit einer eingefärbten Kalkfarbe.
Besonders dekorative Effekte lassen sich mit einer Kalklasur erreichen. Auf dem durchgetrockneten Putz wird dabei die pigmentierte Kalklasur wahlweise mit einem Pinsel, Schwamm oder Stoffwickel aufgebracht. Dadurch ergeben sich je nach Technik   besonders reizvolle Akzente und Strukturen.

Wirksame Vorbeugung vor Schimmelbildung

Ein weiteres großes Plus von Kalkstreichputz auf Sumpfkalkbasis ist die hohe vorbeugende Wirksamkeit gegen Wohnschimmel. Die luftfeuchtigkeitsbeieinflussende Eigenschaft eines offenporigen Putzsystems reicht als alleiniger Schutz nämlich nicht immer aus. Das gilt vor allem, wenn bauliche Mängel wie beispielsweise Wärmebrücken vorliegen. Die hohe Alkalität des Kalkstreichputzes sorgt dafür, dass Schimmelpilze auf der Putzoberfläche nicht gedeihen können. Diese Eigenschaft macht den Einsatz von Kalkstreichputz auch in Feuchträumen wie dem Badezimmer interessant.

Mit einem Streichputz auf Sumpfkalkbasis ist es möglich, ein Wandbeschichtungssystem im Trockenbau zu etablieren, das die positiven Eigenschaften von Kalk im Hinblick auf das Wohnraumklima besitzt, ohne die Nachteile eines Feuchtputzes in Kauf nehmen zu müssen.