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Silikatfarbe Beständig und gut gegen Schimmel

Silikatfarbe wird auch gerne an der Fassade verwendet. © Fotolia

Mineralische Farben

Zu den „Anstrichstoffen mit mineralischen Bindemitteln“, wie die fachliche Definition von Mineralfarben lautet, gehören einerseits Kalk- und andererseits Silikatfarben. Kalkfarben werden typischerweise im Lehmbau und in der Denkmalpflege verwendet, haben sich aber auch als Antischimmelanstrich oder grundsätzlich in Feuchträumen bewährt. Sie sind allerdings nur bedingt witterungsstabil.
Silikatfarben hingegen gelten als besonders witterungsbeständig und langlebig. Sie werden daher gerne an der Fassade verwendet. Aber auch dem Innenraumklima kommt die Farbe mit ihrer hohen Diffussionsoffenheit zugute. Man sagt, eine mit Silikatfarbe gestrichene Wand ist so wasserdampfoffen wie ihr Untergrund, da die Farbe selbst den Dampf nicht aufhält. Das verhindert Bauschäden, da Feuchtigkeit aus dem Bau immer nach außen diffundieren kann. Zum anderen kann sich auch keine Kondensatfeuchte auf der Oberfläche bilden, was wiederum die Gefahr von Algen- und Pilzbefall reduziert.

Verkieselung

Die Besonderheit und der Grund für die Langlebigkeit von Silikatfarbe ist die Art und Weise, wie sich der Anstrich mit dem Untergrund verbindet. Denn im Gegensatz zu anderen Anstrichen bildet Silikatfarbe nicht eine Schicht auf dem Untergrund, sondern sie verbindet sich unlösbar mit ihm. Dieser Vorgang wird als Verkieselung bezeichnet. Das Bindemittel der Silikatfarbe ist Kaliwasserglas (hergestellt aus Quarzsand und Pottasche), weshalb die Farbe teilweise auch Wasserglasfarbe genannt wird. Wenn die Farbe trocknet, wird Kohlendioxyd aus der Luft aufgenommen. Dabei verkieselt das Wasserglas und die Pigmente werden an den Untergrund gebunden. Daher müssen die Untergründe verkieselungsfähig sein, auf jeden Fall, sofern reine Silikatfarbe verwendet wird. Gipskartonplatten beispielsweise sind für reine Silikatfarben nicht geeignet. Einfacher ist daher das Arbeiten mit Dispersionssilikatfarben.

Nur für Fortgeschrittene?

Tatsächlich sollten reine Silikatfarben möglichst nur mit Vorkenntnissen, auf jeden Fall aber mit einer sehr guten Beratung, angewendet werden. Sie werden als zweikomponentige Trockenware geliefert und müssen vor der Verarbeitung rechtzeitig (einen Tag vor der Anwendung) angesetzt werden. Angesetzte Farbe muss innerhalb von 1-2 Tagen verbraucht werden.
Einkomponentige Silikatfarbe hingegen kann sofort gebrauchsfertig aus dem Eimer entnommen werden. Hierbei handelt es sich um so genannte Dispersionssilikatfarbe, der bereits vom Hersteller ein begrenzter Anteil (maximal 5 Prozent) Dispersion, also Kunstharz, zugefügt wurde. So lässt sie sich leichter verarbeiten und ist, auf jeden Fall mit einer Grundierung, auch für Untergründe geeignet, die sonst nicht mit Silikatfarben gestrichen werden könnten, wie beispielsweise Gipskartonplatten. Allerdings ist die Diffussionsoffenheit dadurch etwas reduziert.

Eigenschaften

Wie bereits beschrieben, gilt Silikatfarbe als ausgesprochen dauerhaft und verfügt über ein sehr gutes Diffussionsvermögen. Darüber hinaus ist sie sehr alkalisch und dadurch wirksam gegen Fungizide (z.B. Schimmelsporen) und den Befall von Mikroorganismen (z.B. Algen), was auch daran liegt, dass die Farbe keine organischen Bestandteile und ein sehr gutes Feuchte-Regulierungsverhalten hat. Ein weiterer Vorteil der Silikat- und Dispersionssilikatfarbe ist, dass sie sich, auf Grund der überwiegend mineralischen Bindung nicht statisch auflädt und so nur sehr geringfügig Staub an der Oberfläche haftet. Die Flächen können also nicht so leicht verschmutzen. Am wirksamsten ist hier tatsächlich die reine Silikatfarbe, da sie keine Kunststoffbindemittel enthält.

Silikatfarben können mit Pigmenten abgetönt werden. Allerdings muss auch hier die Verträglichkeit mit den Bestandteilen der Silikatfarbe beachtet werden. Insbesondere der hohe pH-Wert könnte manche Farbpigmente zerstören. Hier gibt es spezielle Pigmente und Farbkonzentrate für Silikatfarben. Die farbigen Anstriche sind dann durch die mineralischen Pigmente UV- und somit farbtonstabil.

Eine besondere Art der Dispersionssilikatfarbe ist die Sol-Silikatfarbe aus den Bindemitteln Wasserglas und Kieselsol, die auch auf nichtmineralischen Putzen oder beispielsweise auf der oben genannten Gipskartonplatte selbst ohne Grundierung, verwendet werden kann.

Bei der Verarbeitung der Farbe sollte auf Grund der hohen Alkalität immer Schutzkleidung und eine Schutzbrille getragen werden!