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Wandfarbe - Kalkfarbe, Silikatfarbe, Naturharz-Dispersionsfarbe, Kaseinfarbe, Lehmstreichputz

Farbrolle mit Wandfarbe © majo - Fotolia.com

Von den Naturfarbenherstellern wird inzwischen eine sehr breite Palette von Wandfarben für den Innen- und Außenbereich angeboten. Die Wahl der richtigen Farbe richtet sich hauptsächlich nach dem Untergrund und dem Anwendungsbereich.

Naturharz-Dispersionsfarbe

Naturharz-Dispersionsfarbe ist die am vielseitigsten einsetzbare Wandfarbe. Sie ist sowohl für mineralische Untergründe wie Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten als auch für Tapeten und zum Überstreichen von Altanstrichen geeignet und ist wisch- und waschfest. Naturharz-Dispersionsfarben sind in der Regel lösemittelfrei und waserverdünnbar. Während dies inzwischen auch für viele konventionelle Kunstharz-Dispersionsfarben gilt, rücken hier mehr und mehr die negativen Begleiterscheinungen der chemisch-synthetischen Konservierungsstoffe in den Blickpunkt. In den Naturharz-Dispersionsfarben beschränkt man sich deshalb auf die unproblematischen Borsalze und pflanzliche Öle (z.B. Bergamottöl). Neben den Naturharzen, die als Bindemittel dienen sind die weißen Pigmente Kreide und Titandioxid, der Füllstoff Talkum und Zellulose wichtige Bestandteile von Naturharz-Dispersionsfarben.

Silikatfarbe (Mineralfarbe)

Silikatfarbe zählt zu den beständigsten Anstrichen und wird deshalb nicht nur im Innenbereich, sondern auch als Fassadenanstrich verwendet. Wichtigster Bestandteil ist Kaliwasserglas, das unter Einwirkung hoher Temperaruren aus Quarzsand und Kaliumcarbonat (Pottasche) gewonnen wird. Die hohe Festigkeit und Widerstandsfähigkeit von Silikatfarbe beruht auf der Verkieselung des Wasserglases beim Trocknungsvorgang. Silikatfarbe ist hoch diffusionsfähig und waschfest. Es ist alkalisch und wirkt deshalb auf natürliche Weise desinfizierend. Bei der Verarbeitung sollten Handschuhe und Schutzbrille getragen werden.
Silikatfarbe wird im Handel in zwei Formen angeboten: als reine Silikatfarbe und als gebrauchsfertige Silikatdispersionsfarbe. Reine Silikatfarbe besteht dabei immer aus zwei Komponenten: Flüssigkeit (Wasserglas), Pulver (Pigmente, Füllstoffe). Der Nachteil der reinen Silikatfarbe ist, dass sie einen Tag vor der Anwendung angerührt werden muss und einmal angesetzte Farbe nur 1-2 Tage aufbewahrt werden kann. Silikatdispersionsfarbe enthält bis zu 5 % Reinacrylat, was die Diffusionsoffenheit etwas vermindert. Silikatfarbe ist besonders für kalk-, zement- und gipshaltige Untergründe geeignet.

Kaseinfarbe

Kasein ist der Hauptbestandteil des Milcheiweißes. Es wird bevorzugt aus fettarmer Milch durch Ausfällung gewonnen und besitzt eine sehr hohe Bindekraft. Wie Höhlenmalereien belegen war diese Kenntnis schon vor tausenden von Jahren bekannt.
Kaseinfarbe wird als Pulver angeboten und muss kurz vor der Anwendung angerührt werden. Um das organische Kasein vor Bakterien- und Pilzbefall zu schützen können Borsalze oder besser Kalk zugesetzt werden, da letzteres das Kasein besser vernetzt und zudem die Wasserfestigkeit der Farbe nicht herabsetzt. Kaseinfarbe ist hoch diffusionsoffen, wischfest und für Rauhfasertapete und alle mineralischen Untegründe geeignet.

Kalkfarbe

Kalkfarbe besteht ursprünglich ausschließlich aus gelöschtem Kalk (Sumpfkalk) und Wasser und war vor der Einführung der Kunstharz-Dispersionsfarben die bedeutendste Wandfarbe. Der Kalk fungiert dabei als Bindemittel und als Pigment. Kalkfarbe ist hoch diffusionsoffen, wischbeständig und durch seine feuchtigkeitsregulierende Wirkung für Feuchträumen geeignet. Kalkfarbe ist alkalisch und wirkt deshalb auf natürliche Weise desinfizierend. Bei der Verarbeitung sollten Handschuhe und Schutzbrille getragen werden. Beim Abtönen muss darauf geachtet werden, dass kalkechte Pigmente verwendet werden und der Pigmentanteil 5 % nicht übersteigt. Kräftige Farbtöne lassen sich deshalb mit reinen Kalkfarben nicht realisieren.

Von den Naturfarbenherstellern werden heute auch gebrauchsfertige Kalkfarben angeboten. Diese beinhalten neben Kalk weitere mineralische Pigmente und Bindemittel. Die relativ geringe Deckkraft einfacher Kalkfarben wird dadurch deutlich verbessert.

Lehmstreichputz

Da es sich bei Lehmstreichputz um sogenannte Trockenware handelt, wird der Putz erst direkt vor der Verarbeitung mit Wasser angerührt und eingesumpft. Anschließend wird der Putz auf die Wandfläche gestrichen und nicht mit einer Kelle aufgezogen. Die Verarbeitung ist also deutlich einfacher und wird ähnlich wie Kalkstreichputz mit einer Streichbürste oder einem Quast auf die Wand angebracht. Der Lehmstreichputz kann sowohl einfarbig als auch mit einem wolkigen Effekt ähnlich einer Wandlasur aufgetragen werden. Da die Farbe keine Konservierungsstoffe enthält, muss sie innerhalb von 48 Stunden verarbeitet werden, das Trockenpulver ist 2 Jahre haltbar.

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