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Wandlasur – dekorative Wandgestaltung

© Leinos

Mit einer Wandlasur lassen sich eine Vielzahl schöner Farbeffekte für ihre Wände erzielen. Ob mit Lappen, Steichbürste oder Schwamm: eine Wandlasur kann je nach gewünschtem Ergebnis mit verschiedenen Techniken aufgebracht werden.

Während deckende Farben eine einheitlich farbige Wandfläche erzeugen, kann man mit einer transparenten Wandlasur schöne Farbeffekte erzielen, welche dem Raum eine besondere Tiefenwirkung und Lebendigkeit verleihen. Wenngleich das Aufbringen einer Wandlasur nicht so einfach ist, wie das einfache Streichen mit Farbroller und Wandfarbe, so ist diese Technik durchaus geeignet, um selbst ausgeführt zu werden. Wer sich nicht sicher ist, ob er sich das zutraut, sollte das ganze erst einmal auf einer Testfläche (z.B. ein mit Wandfarbe gestrichenes Holzbrett) ausprobieren.

Zusammensetzung der Wandlasur

Zur Herstellung einer Wandlasur benötigt man zwei Komponenten:

  • Lasurbinder: hierbei handelt es sich in der Regel um eine wässrige Lösung aus Schellack, Naturharzen, Bienen- und Pflanzenwachsen und Zellulose. Es werden aber auch Lasurbinder auf Kaseinbasis angeboten.
  • Farbpigmente: sie dienen der eigentlichen Farbgebung. Von den Naturfarbenherstellern werden Erdpigmente, Pflanzenpigmente und Mineralpigmente verwendet.

Vorbereitung des Untergrunds

Der Untergrund für eine Wandlasur sollte wischfest, trocken, fest, sowie fett- und staubfrei sein. Da die Wandlasur transparent ist, dürfen keine durchschlagenden Stoffe vorhanden sein. Besonders gut geeignet ist ein möglichst weißer, saugfähiger Untergrund mit leichter Struktur, wie z.B. Putze auf Kalkbasis, Kalkstreichputz oder Kalkfarbe. Aber auch Dispersionsfarbe und Tapete sind geeignet. Je stärker reflektierend der Untergrund ist, desto besser kommen später die leuchtenden Farbpigmente zur Geltung.

Ungeeignet sind Latexfarben, Leimfarben und Oberflächen aus Kunststoffoberflächen, Metall oder Holz.

Nach der Vorbereitung des Untergrundes wird der Lasurbinder mit den Farbpigmente gemäß den Herstellerangaben angerührt. Je saugfähiger der Untergrund ist, desto stärker muss die Lasur mit Wasser verdünnt werden. Die Saugfähigkeit des Untergrunds kann überprüft werden, indem mit einer Streichbürste Wasser aufgebracht wird und die Eindringgeschwindigekeit beobachtet wird. Zieht das Wasser sehr schnell in den Untergrund ein, so sollte mit mehr Wasser verdünnt werden. Perlt das Wasser hingegen ab, so sollte eher weniger verdünnt werden.

Anwendung der Wandlasur

Nun kann die Wandlasur mit der Streichbürste, Lappen oder Schwamm aufgetragen werden.

Beim Lasurauftrag sollte immer ansatzfrei nass in nass gearbeitet werden. D.h. man beginnt an einer Stelle und arbeitet dann von dort aus ohne Unterbrechung weiter. Damit sich die Pigmente in der angerührten Wandlasur nicht im Eimer absetzen, sollte immer wieder aufgerührt werden. Andernfalls kann es im Laufe der Zeit zu einem unerwünschten Verblassen der Farbintensität kommen.

Nach einer Zwischentrocknung von wenigen Stunden kann eine weitere Schicht aufgetragen werden. Je nach gewünschter Farbsättigung kann der Vorgang mehrmals wiederholt werden.

Folgende Techniken sind möglich.

Wischtechnik

Diese Methode des Wandlasurauftrags ist am weitesten verbreitet. Für den Farbauftrag wird eine Streichbürste verwendet. Die Borsten an den Spitzen in die Farbe tauchen, überschüssige Flüssigkeit gut abklopfen, damit es keine Spritzer gibt und dann die Lasur auf die Wand in gleichmäßigen Bewegungen auftragen. Dies geschieht vorzugsweise in unterschiedlich stark geschwungenen Bögen oder in Form einer liegenden Acht. Nach mehreren Aufträgen stellt sich der typische leicht wolkige Charakter ein.

Wickeltechnik

Bei der Wickeltechnik wird ein Lappen aus Stoff oder Leder verwendet. Diesen in die Lasur tauchen und gut auswringen. Den Lappen nun ungleichmäßig zusammenwickeln und über die Wand rollen. Das Muster hängt ganz wesentlich vom ausgeübten Druck und von der Struktur/Faltung des Wickels ab. Je nach gewünschtem Effekt kann man die Richtung des Farbauftrags entweder gleich behalten oder aber immer wieder variieren.

Stupftechnik

Für den Lasurauftrag dient bei der Stupftechnik ein Schwamm. Dieser wird in die Lasur getaucht und anschließend gut ausgedrückt. Nun den Schwamm auf die Wand stupfen, so dass kleine Tupfer entstehen. Diese Technik lässt sich sinnvoll mit der Wischtechnik kombinieren. Zunächst eine wolkige Optik durch die Wischtechnik herstellen und dann feine Tupfer mit der Stupftechnik darüber legen. Ein interessanter Effekt kann dabei durch die Verwendung von zwei Farben erzielt werden.

Dekorative Strukturen und Formen

Neben dem wolkig-ansatzfreien Farbauftrag können auch dekorative Strukturen und Formen mit einer Wandlasur erzeugt werden. Diese Technik ist jedoch sehr anspruchsvoll und daher in der Regel Malerprofis mit viel Erfahrung vorbehalten.