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Massivholzhaus

Massivholzwand des woodcube Hamburg - © iba Kunze

Das Konstruktionsprinzip im Massivholzbau

Im Massivholzbau werden Wand- Decken- oder Dachbauplatten aus Holz oder auch Holzwerkstoffen als flächige Tragwerkselemente in der Regel im Werk passgenau vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Die Massivholzbauteile sind Tragwerk und raumbildendes Element in einem. Sie werden in unterschiedlichen Ausführungen hergestellt,  sowohl als einschichtige wie auch mehrschichtige, gedübelte, genagelte oder kreuzweise verleimte Systeme. Bei den meisten Aufbauten wird die Dämmschicht von außen aufgebracht. Von innen werden die Platten entweder verkleidet oder können je nach Ausführung sichtbar bleiben. Heutzutage können Außenwand-Bauteile mit bis zu 20 Metern Länge hergestellt werden.

Verschiedene Konstruktionsvarianten

Folgende Konstruktionsvarianten sind typisch für den Massivholzbau:

  • Brettsperrholz-Elemente  bestehen aus mehreren Lagen kreuzweise oder senkrecht/waagerecht/diagonal zusammengefügter Brettlagen. Sie sind sehr formstabil, können flächig also aussteifend beansprucht werden. Bei leimfreien Elementen werden die Brettlagen mit Metallnägeln, durch Holzdübel oder -Schrauben verbunden. Verleimte Elemente sind in der Regel mit PUR- oder Melaminharnstoff-Kleber zusammengefügt, deren Umweltbilanz nicht völlig unkritisch zu sehen ist. Es soll nach der Trocknung aber keine nennenswerte Ausdünstug an Formalehyd stattfinden, bei PUR Klebern sogar nur im Bereich der natürlichen Werte von Holz. Allerdings kann das Recycling der verleimten Hölzer nach der Nutzungsdauer ein Problem darstellen.
  • Brettstapel-Elemente  bestehen aus hochkant gestellten Brettern (Holzlamellen), die bei Wänden meistens ungestoßen über die gesamte Geschosshöhe laufen. Die Lamellen werden in der Regel nicht geklebt, sondern mit Holz- oder Stahlnägeln ohne Kleber miteinander verbunden.  Insbesondere auch als Deckenelemente werden Brettstapel verwendet, zum Teil in Verbindung mit einer Auflage aus Beton. Dieses Holz-Beton-Verbunddecke genannte System bietet hohe Spannweiten bei geringer Deckenstärke und einen besseren Schallschutz.
  • Hohlkasten-Elemente. Einige Hersteller bieten Rippen- oder Hohlelemente an, die als Decke mit Dämmung oder einer schweren Einlage einen erhöhten Schallschutz bieten.
  • Bei kreuzweise gedübelten oder genagelten Platten  werden an einen 60 bis 80 Millimeter starken Kern aus stehenden Bohlen beidseitig zwei oder mehr Lagen Nadelholzbretter von 20 bis 50 mm angebracht, zur Aussteifung als Flächentragelement meist diagonal.
  • Vollholzelemente, ausgeführt als mehrlagig stehender leim- und metallfreier Block, bestehen aus mehreren Lagen senkrecht mittels Nut und Feder aneinander gereihten Massivholzbohlen. Die einzelnen Lagen werden durch schwalbenschwanzförmige Massivholzgratleisten kraft- und formschlüssig miteinander verbunden. Die einstofflichen Holzelemente sind durch die vertikale Anordnung der Bohlen setzungsfrei. Die vertikale Nut-Feder-Verbindung ergibt ihre Luftdichtheit ohne dass zusätzliche Folien benötigt werden. Genau bemessene Freiräume ermöglichen gleichzeitig die Maß- und Formstabilität der Elemente auch bei Veränderungen der Feuchtigkeit. Diese Bauweise kommt vor allem im ökologischen Massivholzbau zum Einsatz

Darüber hinaus gibt es auch  zusammengesetzte Querschnitte, bei denen die Dämmung je nach System auch innerhalb der Konstruktion sitzen kann. Beim woodcube, der aus einem komplett leimfreien Massivholzaufbau besteht, reicht beispielsweise eine 3 cm starke Holzfaserplatte innerhalb der 32 cm starken Vollholzwand, um Passivhausstandard zu erreichen.

Statische Eigenschaften

Im Massivholzbau werden die Lasten flächig abgetragen. Dabei können Brettsperrholzplatten, Furnierschichtholzplatten mehrschichtige Massivholzplatten und OSB-Platten die Last in zwei Richtungen aufnehmen, Brettstapel- und Brettschichtholz-Elemente dagegen nur in der senkrechten. In die zweite Richtung brauchen sie entsprechende Ausschreibungen. Der Massivholzbau eignet sich auch sehr gut für mehrgeschossige Wohngebäude.

Massive Holzbauteile unterliegen kaum Beschränkungen bei der Befestigung schwerer Lasten wie beispielsweise Küchenschränken.

Außenliegende Wärmedämmung

Die Wärmedämmschicht von außen auf die tragenden Elemente aufzubringen ist optimal, da das Massivholzhaus so eine durchgehende, wärmebrückenfreie Hülle bekommt. Die Dämmschicht wird dann mit einem mineralischen Putz versehen oder bekommt  eine Verkleidung als hinterlüftete Fassade.

Wichtig ist bei allen Holzwandkonstruktionen eine hohe Wind- und Luftdichtigkeit herzustellen, was die vorgefertigten Elemente oft schon leisten. Ist die Luftdichtheit nicht über die Konstruktion gegeben, kann beispielsweise eine flächige, kompakte innere Wandbekleidung diese gewährleisten.

In jedem Fall sind auf der Baustelle noch Anschlüsse und Ecken sorgfältig abzudichten, um Feuchteschäden zu vermeiden.

Guter Brandschutz

Da bei Holz im Brandfall die oberste Holzschicht verkohlt, bildet sich hier eine Schutzschicht, die  ein tieferes Eindringen des Feuers in das Holz verhindert.  Gerade dem Massivholzbau ohne systembedingte Hohlräume kann daher ein guter Brandschutz bescheinigt werden. Massivholzelemente werden immer wieder erfolgreich Brandtests unterworfen und erreichen teilweise weit höhere Feuerwiderstandszeiten als Beton. Auch in mehrgeschossigen Bauten mit entsprechend höheren Anforderungen an den Brandschutz werden deshalb Massivholzbauelemente erfolgreich eingesetzt.

Angenehmes Raumklima

Wie alle Holzbauteile können auch Massivholzelemente Feuchte aufnehmen und wieder abgeben und so für ein angenehmes Raumklima sorgen. Zudem bieten sie angenehme Oberflächentemperaturen und durch das gute Wärme-Speichervermögen der Massivholzkonstruktion einen optimalen sommerlichen Wärmeschutz. Wie bei jedem Außenwandaufbau ist der Diffussionswiderstand der inneren Schichten auf den der äußeren Schichten abzustimmen. Eine Dampfbremse aus Kunststoff sollte sich im Normalfall erübrigen.

Empfohlene Hersteller

Schuster NaturKraftHaus

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