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Grauwasser Betrieb einer Grauwassernutzungsanlage

Schematischer Aufbau einer Grauwassernutzungsanlage | Foto © Dehoust GmbH

Was ist Grauwasser?

Grauwasser fällt in jedem Haushalt in Form von gering verschmutztem Wasser aus Dusche/Badewanne, Handwaschbecken und Waschmaschine an. Wasser aus diesen Quellen eignet sich grundsätzlich zu einer Aufbereitung in einer Grauwassernutzungsanlage. Das dadurch gewonnene Betriebswasser ist hygienisch unbedenklich und kann für die Toilettenspülung, die Gartenbewässerung, Wäsche waschen und gewerbliche Zwecke genutzt werden.

Aufbau einer Grauwassernutzungsanlage

Um eine Grauwassernutzungsanlage betreiben zu können muss das Grauwasser erfasst und über ein unabhängiges Leitungsnetz der Anlage zugeführt werden. Die eigentliche Aufbereitungsanlage besteht zunächst aus zwei Tanks: dem Grauwasserspeicher und dem Betriebswasserspeicher. Bevor das Grauwasser in den Grauwasserspeicher geleitet wird, erfolgt eine Grobreinigung durch einen Filter. Die Feinreinigung des Wassers umfasst in der Regel zwei Komponenten:

  • Biologische Aufbereitung: im Grauwasserspeicher etabliert sich eine Mikroorgansimen Population, die einen Großteil der organischen Stoffe abbaut. Hierzu zählen z.B. Seifen und Pflegeprodukte, Öle, Hautschuppen etc. Wurde die Anlage über einen längeren Zeitraum nicht genutzt, so kann die Neubesiedlung mit Mikroorganismen mit Hilfe eines entsprechenden Präparates beschleunigt werden.
  • Physikalisch Reinigung:  durch den Einsatz eines Membranfilters wird die hygienische Qualität des aufbereiteten Wassers garantiert. Die Porengröße des Filters ist dabei deutlich kleiner als die der Bakterien und hindert diese daran, in das gewonnene Betriebswasser überzugehen.  


Weitere technische Komponenten sind die Trinkwassernachspeisung, die Pumpe zur Belieferung der Verbrauchsstätten sowie die Steuer- und Regeltechnik.

Grauwassernutzungsanlagen werden für den Erdeinbau und für den Einbau im Keller / Technikraum angeboten. Beim Erdeinbau wird gerne ein Tank-im-Tank System verwendet.

Anwendungsmöglichkeiten

Anlagen zur Aufbereitung und Nutzung von Grauwasser können sehr vielseitig eingesetzt werden. Ideal ist, wenn sich die Höhe des Grauwasseranfalls mit der Höhe des Betriebwasserbedarfs ungefähr deckt. Die Palette der Anwendungsmöglichkeiten reicht vom Ein- und Mehrfamilienhaus über Hotels und Sportanlagen bis hin zu Campingplätzen sowie Gewerbe und Industrie. Da für den Betrieb einer Grauwassernutzungsanlage ein Leitungsnetz für das Grauwasser und eines für das Betriebswasser vorhanden sein muss ist der Einbau vor allem bei Neubauten interessant. Unter bestimmten Vorraussetzungen kann auch eine Kombination mit einer Regenwassernutzung sinnvoll sein.

Wirtschaftlichkeit der Grauwassernutzung

Eine Grauwassernutzungsanlage im regelmäßigen Turnus gewartet werden. Den einmaligen Investitionskosten und die regelmäßigen Wartungs- und Betriebskosten stehen Einsparungen bei Trinkwasser- und Abwassergebühr gegenüber. Grundsätzlich gilt, dass in großen Gebäudekomplexen die Wirtschaftlichkeit einer Grauwassernutzung eher erreicht wird als in Ein- und Zeifamilienhäusern.