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Licht und Transparenz Glas an der Fassade

Die Architektur der Moderne brachte in den 1920er Jahren verstärkt Glas an die Fassaden, auch von privaten Einfamilienhäusern. Große Glasflächen bringen viel Licht in die dahinterliegenden Räume und stellen eine starke Verbindung zwischen Wohn- und Außenraum her. Mit immer weiter steigender Glasqualität steigt auch die Begeisterung der Bauherren für die großflächige Transparenz.

Glasfassaden und raumhohe Fenster

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Konstruktionsarten von Glasfassaden.

  • Variante 1 ist die so genannte einschalige Fassade, bei der es sich in der Regel entweder um eine Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz, Aluminium oder Stahl handelt, an der die Glasscheiben befestigt werden oder um eine Elementfassade mit im Werk vorgefertigten Elementen. Die Pfosten-Riegel-Konstruktion besteht dagegen aus Einzelteilen, die auf der Baustelle zusammengesetzt werden.
  • Variante 2 stellt die so genannte Doppelfassade mit einer inneren und einer äußeren Schicht sowie einer dazwischen liegenden Luftschicht als thermische Pufferzone dar. Diese zweite Variante wird im Objektbau eingesetzt.

Grundsätzlich spielen Glasfassaden im privaten Einfamilienhausbau eine untergeordnete Rolle. Am ehesten werden bei größeren, mindestens zweigeschossigen Fassaden, Pfosten-Riegel-Konstruktionen verwendet. In allen anderen Fällen handelt es sich um Fensterkonstruktionen mit sehr großen, also raumhohen und sehr breiten Maßen. Technisch gesehen gehören übrigens auch Elementfassaden auf Grund der verwendeten Profile und Verbindungsmittel zu den Fensterkonstruktionen.

Glasqualitäten

Bei so viel Glas sind die Glasqualitäten natürlich enorm wichtig. Wesentlicher Punkt ist hierbei der Wärmeschutz, denn er war lange Zeit ein Argument gegen große Glasflächen. Heute können mit sehr guten Gläsern U-Werte von nur 0,5 W/qmK erreicht werden. Neben dem U-Wert spielt auch der so genannte g-Wert, also der Gesamtenergiedurchlassgrad, eine große Rolle, der den Schutz gegen sommerliche Überhitzung definiert. Denn nicht nur die Wärme, die im Winter nach draußen entweichen könnte auch die Hitze, die im Sommer in zu großem Maß eindringen könnte sind entscheidend. Insgesamt geht es immer darum, das ideale Zusammenspiel zwischen U-Wert, g-Wert, Sonnenschutz und Tageslichteintrag zu erreichen. In Multifunktionsgläsern können übrigens Sonnenschutzlamellen oder Lichtlenkelemente bereits enthalten sein.
Neben den energetischen Aspekten spielen auch Schallschutz, Brandschutz und der Einbruchschutz eine große Rolle. Diese Anforderungen stellen für die Hersteller keine Probleme dar, so dass der Markt hierfür viele Alternativen zu bieten hat.

Profile und Platten

Wichtig für die Optik – aber auch für den Wärmeschutz – sind natürlich auch Fensterrahmen und -profile. Dabei spielen die gewählten Materialien und damit verbundenen Materialeigenschaften in Bezug auf ihr Dämmvermögen eine große Rolle. Entscheidend sind im Endeffekt jedoch Aufbau, Verarbeitung und Detailpunkte.
Interessant ist, dass es inzwischen verschiedene Produkte auf dem Markt gibt, die große Glasflächen mit versenkten Profilen herstellen, so dass die Fenster rahmenlos erscheinen. Gleichzeitig können so, beispielsweise durch entsprechende Terrassen-Schiebetüren, barrierefreie Zugänge geschaffen werden.

Es ist übrigens auch möglich, die Architektur des Hauses mit Glas in Form von vorgehängten Fassadenplatten nach dem Prinzip der VHF zu gestalten. Dabei können diese transparent sein und so die dahinterliegende Fassadenebene sichtbar lassen. Es ist aber auch möglich, das Glas durch Ätzen, Sandstrahlen oder Bedrucken zu gestalten. Außerdem kann es eingefärbt oder emailliert werden. Dann bleibt die dahinterliegende Wand komplett unsichtbar.

Solare Fassadenmodule

Neben Glasplatten und großflächigen Glasscheiben wird auch die Integration solarer Sonnensysteme an der Fassade immer spannender. Das gilt auch, oder gerade, für die Glasfassade, denn PV-Module lassen sich hier sehr gut integrieren. Meistens übernehmen sie dabei auch weitere Funktionen wie Tageslichtmodulation und Sonnenschutz.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF fördert derzeit beispielsweise ein Projekt für „Transparente organische Photovoltaik-Glasfassaden“. Ziel des Projektes, das bis Mitte 2018 laufen soll, sind großflächige transparente OPV-Folien, die in ein komplexes Glassystem integriert, im großen Stil zur Solarenergiegewinnung genutzt werden sollen.