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Strohleichtlehm

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Strohleichtlehm-Stampftechnik

Bei der Strohleichtlehm-Stampftechnik wird Stroh mit einer Lehmschlämme gemischt. Dies kann maschinell (Zwangsmischer) oder von Hand geschehen. Als Stroh eignen sich vor allem Gerste und Roggen, da diese besonders hartfaserig sind. Das Strohleichtlehm-Gemisch wird anschließend Lage für Lage in eine Schalung gegeben und durch Stampfen verdichtet. Die Schalung kann sofort entfernt werden. Um Schimmelpilzbildung zu vermeiden sollten trockene Strohleichtlehm-Wände eine Rohdichte von mindestens 650 kg/m3 aufweisen. Wer mit Strohlehm arbeitet muss einiges beachten. Durch die lange Trocknungzeit eignen sich nur Frühjahr, Sommer und Herbst für diese Technik. Hinzu kommt, dass zunächst die Decken mit Strohleichtlehm gefüllt werden sollten, um den Trocknungsprozess duch Wind und Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Die Außenwände werden dann in der Reihenfolge Norden, Osten, Westen aufgestellt.

Die Strohleichtlehm-Stampftechnik ist für die Erstellung von Außenwänden, Decken und Innendämmung von Fachwerksaußenwänden geeignet.

Strohlehm nicht mehr zeitgemäß?

Lange Zeit war die Strohleichtlehm-Technik aufgrund der geringen Materialkosten die beliebteste Lehmbauweise bei Selbstbauern. Das starke Schwundverhalten und die sehr langen Trocknungszeiten von bis zu 16 Wochen haben sich für eine weitere Verbreitung allerdings als nachteilig erwiesen. Für Lehmbaufirmen ist dieses Verfahren zudem aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes ungeeignet.

Dort greift man vermehrt auf vorgefertigte Strohlehm-Ziegel zurück. Hinsichtlich Wärmedämmung, Ökologische Qualität und Schallschutzeigenschaften stehen diese der Stampftechnik in nichts nach. Allerdings entfällt die lange Trocknungszeit und als Trockenbau-Technik kommt es zu keinen Schwundrissen. Da die Ziegel bereits vorgefertigt werden ist auf der Baustelle ein zügigeres Vorankommen gewährleistet.

Eine Weiterentwicklung des Strohleichtlehms ist der Holzleichtlehm und der Mineralleichtlehm.