Kalkputz Mit Kalk natürlich gegen Schimmel vorgehen

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Bei der Sanierung von Baudenkmälern kommt Kalkputz schon lange zum Einsatz. Vermehrt entdecken nun auch private Bauherren nicht historischer Häuser die wohngesunden Qualitäten von Kalkputz. Gemeint ist damit zum einen die hohe Dampfdiffussionsoffenheit und Sorptionsfähigkeit des Baumaterials, also Feuchtigkeit sehr gut abtransportieren beziehungsweise aufnehmen und wieder abgeben zu können. Zum anderen ist Kalk für seine antibakterielle Wirkung im Hinblick auf Schimmelbildung bekannt. Diese ist auf seine hohe Alkalität, also einen sehr hohen ph-Wert zurückzuführen. Zudem können Kalkputze sehr gut eingefärbt oder mit einer besonderen Struktur aufgetragen werden.

Der Kalkkreislauf

Ein spannender Aspekt bei der Verwendung von Kalkputz ist die Tatsache, dass der ausgehärtete Putz an der Wand wieder dem Ausgangsmaterial entspricht. Man spricht vom Kalkkreislauf. Vorgefunden wird der Kalkstein in der Natur als Calciumkarbonat (CaCO3). Dieser wird unter der Abgabe von Kohlendioxid (CO2) verbrannt. Zurück bleibt Calciumoxid (CaO), der so genannte Branntkalk. Dieser wird nun mit Wasser (H2O) gelöscht, so dass sich Calciumhydroxid (Ca(OH)2), auch Kalkhydrat oder Löschkalk genannt, bildet. Durch das Erhärten an der Luft, beziehungsweise durch die Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) und das Entweichen von Wasser (H2O), entsteht nun wieder der Ausgangsstoff CaCO3.

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Sumpfkalk oder Kalkhydrat

Branntkalk kann in zwei verschiedenen Verfahren gelöscht werden. Im Trockenlöschverfahren wird der Branntkalk (CaO, Calciumoxid) lediglich mit Wasser besprüht oder mit Wasserdampf beschlagen, bis aus dem Calciumoxid Calciumhydroxid, also pulverförmiges Kalkhydrat (Kalkpulver), entsteht. Bei diesem Verfahren wird der Löschvorgang allerdings abgebrochen und die entstandenen Kristalle behalten ihre bis dahin entstandene Größe.
Anders ist dies beim Löschen des Branntkalks mit Wasserüberschuss. Statt eines Pulvers entsteht hier ein breiiger Kalkteig. Wird der Kalkteig aus Luftkalk hergestellt, sollte er mehrere Wochen bis Jahre lagern. Man bezeichnet ihn dann auch als Sumpfkalk. Der Löschvorgang wird nicht unterbrochen, so dass sich die Calciumhydroxidkristalle immer kleiner und feiner ausbilden. Durch das fortsetzende Ausbilden von immer weiteren Kristallen vergrößert sich die innere Oberfläche und erhöht so die Bindekraft des Kalkbreis, der auch als Sumpfkalk bezeichnet wird. Die Eigenschaften des gelöschten Kalks verbessern sich also mit der Dauer des Einsumpfens. Das ist besonders wichtig für die Herstellung von Kalkfarbe.

Welchen Kalk nehme ich?

Grundsätzlich unterscheidet man Weißkalke (je nach dem Anteil an Freikalk in CL90, CL80 oder CL70), Dolomitkalk (DL) mit einem höheren Anteil an Magnesiumoxid und hydraulischen Kalk (HL). Das Kürzel NHL steht für Natürlich Hydraulische Kalke, also Kalkputze, die durch ihr natürliches Vorkommen bereits hydraulische Eigenschaften besitzen. Diese mergeligen, also mageren Kalke haben höhere Anteile an Quarz und Ton. Das steigert den Hydraulefaktor und damit die Fähigkeit, auch unter Wasser abzubinden. Hydraulische Kalke sind beispielsweise Mischungen von Kalk mit Zement oder mit puzzolanischen Stoffen wie Vulkanasche / Traß oder Ziegelmehl. HL verfügen über eine höhere Druckfestigkeit und sind witterungsbeständiger, aber auch weniger ergiebig und schwerfälliger in der Verarbeitung. Sie eignen sich besonders für gröbere Putze mit größerem Korn.
Weißkalke, also sehr reine, man sagt auch fette Kalke, sind Luftkalke, die auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung an der Luft durch die Aufnahme von Kohlendioxid (Karbonatisierung) aushärten.

Volldeklaration von Kalkputzen

Gerade für Allergiker ist die Zusammensetzung aller sie umgebenden Stoffe von großer Wichtigkeit. Bei den Beimengungen im Kalkputz geht es daher nicht allein um die Eigenschaften des Putzes oder des Mörtels. Leider machen bislang nur wenige Hersteller eine Volldeklaration ihrer Produkte dem Endkunden zugänglich. Begriffe wie „Verarbeitung verbessernde Komponenten“ oder „Luftporenbildner“ machen nicht wirklich deutlich, welche Stoffe konkret gemeint sind. Gemäß der Europäischen Baukalknorm müssen hochhydraulische Kalkputze lediglich über einen Anteil von vier Prozent Kalk verfügen.

 

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