Schwimmbadheizung Solar

Frage von Neu hier | 05.02.2009
Hallo,
wir habe eine Schwimmhalle mit einerm Becken von 4/1o Meter. Das Becken ist meistens abgedeckt mit einer Noppenfolie, die Beckenwände sind aber ungedämmt. Die Halle ist aus Alu und Kunsstoff, einigermaßen gedämmt.
Beheizt wird das ganze mit einem 20 Jahre alten Ölkessel. Die Halle hat eine Lüftungsanlage, die die Feuchtigkeit weglüftet und heizt, aber ohne Wärmerückgewinnung.
Macht es Sinn, Becken und Hallenluft mit Solarkollektoren zu beheizen? Bringts das auch im Winter und wie muss so eine Anlage ausgelegt werden?
Antwort von Peter Svenson | 06.02.2009
Da kann ich von einem ähnlich gelagerten interessanten Fall berichten : Auch Leichtbauhalle mit riesiger Lüftungsanlage, Wasser hohe 30 Grad, Luft bei 26-27 °. Die Benutzung beschränkt sich auf ca. eine halbe Stunde am Tag, dann wird sofort wieder die Wasserabdeckung aufgezogen.
Die feuchtigkeitsabhängige Regelung der Lüftungsanlage war im Dezember defekt, sodass sie permanent lief. Die Bewohner haben dann einen zufällig für andere Zwecke im Haus vorhandenen kleinen Entfeuchter (RubyDry) in die Halle gestellt und auf 60 Prozent Luftfeuchte eingestellt. Und siehe da, völlig überraschend blieb die Temperatur der Hallenluft (bei winterlichen Außentemperaturen) zwischen 26 und 27 Grad, die Feuchte bei 60 % . Die Wärme vom Ruby und vom Schwimmbadwasser beheizen automatisch die Halle mit.
Der Entfeuchter (ca. 300 Watt) braucht nur wenige Stunden Laufzeit, sodass der Stromverbrauch geschätzt um einige Euro am Tag niedriger liegt als mit der Lüftung. Die hat ja dicke Lüftermotoren, und außerdem musste bisher der Ölkessel immer Wärme dafür produzieren, auch im Sommer. Wenn es wärmer wird, wollen die Leute jetzt einfach nach dem schwimmen immer die Fenster ein paar Minuten aufreißen, damit der gröbste Waserdampf rausgeht.

Ich hab den Eindruck, dass man mit viel weniger Technik auskommen würde, wenn man Becken und Halle optimal bauen würde. Dann macht bestimmt auch Solar (oder Wärmepumpe?) Sinn.
Antwort von Gerd Hansen | 10.02.2009
Eine Solaranlage für das Schwimmbad ist sehr sinnvoll und zukunftsicher. Bei Freibädern reicht eine günstige Absorberanlage (Kollektorschläuche ohne Glasabdeckung), beim Hallenbad sind Solarkollektoren die bessere Wahl. Da die Temperatur des Wassers meist zwischen 22 und 28 Grad liegt, ist der Wirkungsgrad von Kollektoren viel höher als bei der Brauchwasserwerwärmung, wo 50 Grad erreicht werden müssen. So können die Kollektoren eher auch im Winter 'anspringen'.
Grundsätzlich sollte das Becken unbedingt eine Abdeckung erhalten, die die Verdunstung des Wassers minimiert und eine gewisse Dämmfunktion hat, z.b. Noppenfolie. Wenn diese die meiste Zeit zugezogen ist, bleiben bei 40 qm-Becken und 50 cbm Inhalt überschlagsmäßig 10.000 kWh Wärmeverlust pro Jahr auszugleichen (Ein Teil davon kommt tatsächlich der Raumlufterwärmung zugute). Dies entpricht bei altem Ölkessel und alter Umwälzpumpe ca. 1.000,- Euro/a. Eingespart werden können bis zu 80 % dieser Kosten.
Die Auslegung der Kollektoren sollte ca. 0,4 qm / qm Beckenfläche betragen, (zuzüglich 10% mehr pro Grad Wassertemperatur über 24 Grad! Genaueres nach örtlichen Gegebenheiten vom Fachplaner oder Heizungsbauer zu bestimmen). Wenn die Wassertemperatur schwanken darf, ist das von großem Vorteil. An sehr sonnigen Tagen wird dann das Wasser etwas höher temperiert, und kühlt an Regentagen langsam wieder ab.
Wichtig ist drüber hinaus eine gute Regelung mit einer stromsparenden Hocheffizienz-Pumpe. Eine Steuerung im "matched-Flow" pumpt immer gerade die Menge Wasser zum Kollektor, die dieser auch erwärmen kann. So wird schon eine ganz geringe Solar-Einstrahlung nutzbar gemacht.

Nun noch zur Hallenluft: Da die Raumluft vor allem im Winter zusätzlich erwärmt werden muss (im Sommer eh warm genug), macht die Einbindung eijer Solaranlage keinen Sinn. Im Winter steht einfach nicht genug Sonnenertrag zur Verfügung.
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