Lehmputz mit Wandheizung

Frage von Frank F | 14.04.2014
Hallo, wir wollen in einem Haus, BJ ca. 1900, auf die Ziegel-Außenwände (24 cm und 30 cm stark) von innen Lehmputz mit integrierter Wandheizung anbringen. Ist es sinnvoll oder sogar notwendig, zusätzlich untern den Putz eine Dämmung aufzubringen und wenn ja, welche Materialien würden sich dafür eigenen?

Schönen Gruß,
Frank F.
Antwort von gerbera | 15.04.2014
hmm bei Innendämmung - generell gut bei Altbauten- muss man ja immer ein bisschen den Dampfdiffusionsverlauf in der Wand beachten. Die Feuchte "drückt" dann von innen als Dampf durch die Dämmung, und kondensiert am Taupunkt, meist so im hinteren Drittel. Deshalb ist es wichtig, eine kapillar wirksame Dämmung zu verwenden, weil die Feuchte dann zurück in den Raum geführt wird und hier wieder an die Luft abgegeben wird. Deswegen geht Polystyrol u.ä. garnicht! Gut geeignet sind z.B. Hanf oder Holzfaserplatten, die dann mit Lehm verputzt werden.
Es gibt auch Leichtlehm auf Schilfrohr, finde ich auch eine gute Art Unebenheiten auszugleichen.
Antwort von Frank F | 16.04.2014
Also Polystyrol hätten wir auf gar keinen Fall genommen! Der Vorschlag unseres Verputzers war Schilfrohrmatten – dann würden wir ja genau richtig liegen. Danke.
Antwort von Thomas | 13.05.2014
Ich habe eine ergänzende Frage. Und zwar haben wir eine ähnlich Ausgangsituation. Mauerziegel Außenwand. Allerdings möchten wir die Wandheizung im Trockenbau realisieren (Lehmbauplatten mit integriertem Heizregister). Ist das auch möglich und wenn ja welcher Dämmstoff eignet sich da?
Antwort von PeterA | 13.05.2014
entscheidend ist, dass die Dämmung kapillar leitend ist, also kondensierende Raumfeuchte aufnehmen und zurück in den Raum leiten kann. Dazu sind glaub ich eigentlich alle Naturdämmstoffe geeignet. Ich habe bei mir, zwar ohne Heizwand, vor Jahren mit Zelluloseplatten gedämmt, letztes Jahr in einem Anbau mit Flachs. Wenn man Kunstoff verwendet, oder fasern die nix aufnehmen können, dann wird's immer feuchter in der Dämmschicht, mit Schimmel und so weiter...
Antwort von gerbera | 14.05.2014
Wichtig beim Trockenbau ist, dass keine Hohlräume entstehen. Wenn die Ziegelwand nicht exakt eben ist, dann sollte nen Dämmstoff verwendet werden, der elastisch ist und sich an deas Mauerwerk anschmiegt. Dämmmatten aus Hanf, Flachs oder Holzfaser beispielsweise.
Antwort von roland | 24.02.2015
Habe zufällig diesen Artikel über Lehm als Baustoff gefundenÖ

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/lehm-oeko-material-erhoeht-radioaktivitaet-in-habe zueusern-a-828031.

Wie ist denn soetwas zu bewerten und hat jemand da weitergehende Informationen?
Antwort von kahalla | 21.07.2016
Ich habe diesen Artikel ebenfalls gelesen und mich doch sehr gewundert.
Es ist seit langem bekannt, dass Beton eine gewisse Menge Radioaktivität freisetzt, da er nun mal aus gemahlenem Gestein hergestellt wird. Auch Ziegelsteine strahlen etwas Radioaktivität ab, da aus Ton. lehm ist eine Mischung aus organischen und anorganischen Bestandteilen und hat damit weniger mineralische Anteile als die oben genannten Baustoffe. Als Folge daraus sollte man schließen, dass Lehm wesentlich weniger radioaktiv ist als Stein, Beton und reiner Ton. Der Schreiber dieses Artikels ist entweder Desinformant oder desinformiert.
Antwort von gerbera | 22.07.2016
Hallo Kahalla,

was die Radioaktivität anbetrifft, so ist Gestein nicht gleich Gestein. Es kommt sehr darauf an, um welches Gestein es sich handelt. Nimmt man mal die Ortsdosisleistung (wird auch bei der Überwachung der Radioaktivität herangezogen) verschiedener Gesteinsarten, so liegt diese zwischen 84 nGy/h bei Tonschiefer und Granit und 21 nGy/h bei Kalkstein und Basalt. Das ist Faktor 4. Man muss die Sache also schon etwas differenzierter betrachten.

Nach dem Erscheinen des Artikels ist die Branche ziemlich aufgerüttelt worden. Es wurden umfangreiche Messreihen gestartet, um zu schauen, was da dran ist. Und siehe da: das Problem hat sich recht schnell versachlicht und es konnte weitestgehend Entwarnung gegeben werden.

Dennoch mach es natürlich schon Sinn, diese Problematik auf dem Schirm zu haben. Denn wenn man die Tonquellen auf Radioaktivität untersucht, dann ist man vor negative Überraschungen gefeit.
Antwort von gerbera | 22.07.2016
Upps!. Habe vergessen die Quelle für die natürliche Radioaktivität der verschiedenen Gesteine anzugeben.

Uni Potsdam
http://www.uni-potsdam.de/u/physik/fprakti/molekul/TabelleAktivitaet-Boden.pdf

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