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Schwimmteich anlegen Badespaß im Naturpool

© Günter Menzl - Fotolia.com

Wer den Platz im Garten hat, macht aus dem Gartenteich gleich einen Schwimmteich und hat so das Badevergnügen direkt vor der Terrasse. Je weniger Technik für die Reinigung eingesetzt wird, umso mehr gleicht der Teich seinem natürlichen Vorbild.

Definition Schwimmteich

„Schwimmteiche sind künstliche Gewässer, die gegen den Untergrund abgedichtet und gegen das Umland geschützt werden“, heißt es in der Definition des Allgemeinen Schwimmteich Clubs ASC. Entscheidend ist, dass die Reinigung des Wassers ausschließlich mechanisch und biologisch durch Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen erfolgt. Chemische Zusätze, wie Chlor, haben hier nichts zu suchen!
Tendenziell wird unter dem Begriff Schwimmteich ein natürlich anmutender Teich ohne viel Technik verstanden, während ein Natur- oder Ökopool formal eher einem klassischen Pool gleicht, in dem vermehrt Technik die Reinigung des Wassers übernimmt.

Von Schwimmteich bis Naturpool

Fachleute unterscheiden fünf Kategorien von Badeteichen: Die Kategorie 1 als Urtyp des naturnahen Schwimmteichs kommt dabei ganz ohne, die zweite Kategorie mit geringfügiger Technik, wie beispielsweise einem so genannten Skimmer zur Oberflächenreinigung, aus. In der dritten Kategorie wird der Aufbereitungsbereich, also der bepflanzte Teil des Teiches, gezielt mittels einer Pumpe durchströmt, befindet sich aber mit dem Schwimmbereich in einem Becken (Einkammersystem). In den Typen vier (Schwimmteich mit viel Technik) und fünf (Naturpool) sind Aufbereitungs- und Schwimmbereich durch ein Mehrkammersystem voneinander getrennt. Je höher die Kategorie, desto mehr ersetzt die Technik, wie Pumpen und Filter, die Reinigungsfunktion der Bepflanzung, so dass der Aufbereitungsbereich kleiner ausfallen kann. Der Teich gleicht dann allerdings entsprechend weniger seinem Vorbild in der freien Natur, der als Biotop einer großen Vielfalt von Tieren neuen Lebensraum geben kann.

Gute Wasserqualität

Bei einem Badeteich ohne Filter und Pumpen kommt allein den Pflanzen und Kleinlebewesen im Wasser die Aufgabe zu, das biologische Gleichgewicht des Wassers aufrecht zu erhalten. Die bepflanzte Zone muss daher mindestens 50 Prozent der Gesamtfläche betragen. Wichtig sind eine ausreichende Tiefe, die richtige Bepflanzung und ein spezielles Teichsubstrat. Vor Inbetriebnahme des Teichs hilft der Besatz mit Zooplankton, ein rasches biologisches Gleichgewicht herzustellen. Dass gute Wasserqualität nur mit Hilfe von Technik zu erreichen ist, ist also ein Irrglaube! Der Fachverband Österreichischer Schwimmteichbauer weist sogar daraufhin, dass zu viel Technik, wie zu stark eingestellte Pumpen, die natürlichen wasserreinigenden Organismen zerstören können. Zudem fallen durch Pumpen, die Tag und Nacht durchlaufen müssen, deutlich höhere Betriebskosten an.

Die Bepflanzung im Schwimmteich

Der Schwimmteich gliedert sich, wie auch der Gartenteich, in Zonen mit unterschiedlichen Pflanztiefen. Die flachste Zone ist die so genannte Sumpf- oder Uferzone. Sie dient der Gestaltung des Randbereichs. Hier wachsen beispielsweise Sumpfdotterblume, Schwertlilie oder Wasserminze. Die anschließende Flachwasser- oder Röhrichtzone dient der Nährstoffaufnahme. Hier werden zum Beispiel Schilf, Rohrkolben, Froschlöffel oder Binse gepflanzt. Sie sorgen für bessere Lebensbedingungen der Mikroorganismen im Bodensubstrat. Schilf und Rohrkolben haben allerdings einen starken Ausbreitungsdrang. Typische Teichpflanzen der Tiefwasserzone sind neben der See- oder Teichrose Wasserknöterich oder die etwas anspruchsvolle Seekanne. Dabei liefern die Schwimmblattpflanzen Schatten und verhindern so eine übermäßige Erwärmung des Teiches. Die Unterwasserpflanzen sind als „grüne Lunge“ für die Sauerstoffproduktion zuständig und fungieren als Nahrungskonkurrenten für Algen.