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Wärmepumpe Wärmequelle Luft

Glashausgrafik Luft Wärmepumpe aussen © Bundesverband Wärmepumpe

Bei einer Luftwärmepumpe wird die Luft mittels eines Ventilators angesaugt, erhitzt und dann an die Gebäude-Heizung übergeben. Die Wärmepumpe, die die Energie der Luft nutzt, gibt es als Luft-Wasser und Luft-Luft-Variante. Sowohl die Außenluft, als auch die verbrauchte Raumluft stellen Wärmeenergie zur Verfügung, die mit ihrer Hilfe gewonnen werden kann. Möglich ist eine Innen-, Außen- und eine Splitaufstellung. Bei Split-Wärmepumpen wird der Ventilator außen installiert, die eigentliche Wärmepumpe innen.

Luftwärmepumpen sind beliebt und werden vor allem in Neubauten eingebaut. Das liegt daran, dass sie relativ klein und flexibel sind. Zudem sind sie mit Gesamt-Preisen von 12.000 bis 15.000 Euro auch die günstigsten Wärmepumpen. Überdies ist Luft frei verfügbar und kann ohne Genehmigungsverfahren genutzt werden. Leider haben sie auch Nachteile, die man vor einer Anschaffung kennen sollte.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe

Nachdem der Ventilator die Außenluft ansaugt hat, leitet er sie an den Verdampfer weiter. Hierbei wird die gespeicherte Wärmeenergie der Luft an einen Kältemittelkreislauf abgegeben. Die Wärme der angesaugten Luft reicht aus, damit das Kältemittel seinen Aggregatzustand von flüssig in gasförmig ändert. Im nächsten Schritt wird es an den Verdichter geleitet und dort mittels Druck kompensiert. Durch die Wärmeabgabe an den Heizwasserkreislauf kühlt das immer noch unter Hochdruck stehende Kältemittel wieder ab und wird durch ein Entspannungsventil vom Druck befreit. Um die Wärmepumpe zu betreiben ist Strom nötig. Bei sehr kalten Außentemperaturen muss die angesaugte Luft zusätzlich geheizt werden, was den Stromverbrauch erhöht.

Allerdings lassen sie sich einfach nachrüsten und benötigen nur wenig Platz – für die Technik wird etwa 1 Kubikmeter Raum benötigt. Auch der Aufstellort bietet die größte Flexibilität unter den unterschiedlichen Wärmepumpen-Systemen. Sowohl im Inneren des Gebäudes, in der Regel im Keller, als auch separat im Außenbereich lässt sich die Luft-Wasser-Wärmepumpe effizient betreiben.

Die Luft-Luft-Wärmepumpe

Die sogenannte Luft-Luft-Wärmepumpe ist eigentlich ein Lüftungswärmesystem, denn sie besitzt keinen Kältemittel-Kreislauf. Sie nutzt die verbrauchte Raumluft, um die angesaugte Außenluft zu erwärmen und verwendet dafür einen Plattenwärmetauscher. Ein Zuluftnacherhitzer bringt die vorgewärmte Außenluft anschließend noch auf die nötige Raumtemperatur. Ein unterirdischer Luftbrunnen kann ihre Effizienz erhöhen. Dabei durchläuft die frische Außenluft vor dem Eintritt in den Plattenwärmetauscher ein unterirdisches Rohr. Auf diese Weise wärmt die Erdwärme vor allem in den Wintermonaten die Außenluft vor. Dieses System kann im Sommer auch sehr gut zur Kühlung der Räume eingesetzt werden. Neben dem entsprechenden Lüftungssystem muss das Gebäude aber auch eine entsprechend niedrige Heizlast je Quadratmeter gewährleisten, damit eine Luft-Luft-Wärmepumpe effizient arbeitet.

Deshalb eignet sich diese Wärmepumpenart gut für luftdichte Gebäude wie beispielsweise Passivhäuser. Für eine effiziente Nutzung in einem Altbau ist meist eine umfassende Sanierung erforderlich.

Kosten und Effizienz

Eine Luftwärmepumpe, die eine Förderung erhalten soll, muss eine Leistungszahl von mindestens 3,1 und das EHPA-Gütesiegel besitzen. Für ein Einfamilienhaus ist mit einem durchschnittlichen Preis für eine Luft-Luft bzw. Luft-Wasser-Wärmepumpe von 8.000 bis 12.000 Euro zu rechnen. Die Gesamtkosten einschließlich Installation betragen in der Regel zwischen 12.000 bis 15.000 Euro. Die Kosten für Wartung und Instandhaltung sind sehr gering und liegen bei etwa 50 Euro jährlich. Weil die Luft-Wärmepumpe Strom für den Betrieb benötigt, fallen noch Verbrauchskosten an. Die Kosten für den benötigten Strom hängen dabei, von der Isolation des Hauses, der Effizienz der Wärmepumpe, dem Strompreis und der Temperatur der Umgebungsluft ab.

Die Nachteile

Wärmepumpen, die Luft als Wärmequelle nutzen, haben bei tiefen Außentemperaturen im Vergleich zu anderen Wärmepumpen, die geringste Heizleistung. Das bedeutet, das vergleichsweise viel Strom eingesetzt werden muss, dadurch leidet die Effizienz. Anlagen mit Erdwärmesonden sind in der Regel deutlich effizienter.

Der Betrieb der Luftwärmepumpe produziert Geräusche, speziell der Ventilator. Die meisten Hersteller geben Durchschnittswerte von ca. 50 Dezibel an. In Abhängigkeit von der Ventilatorgeschwindigkeit kann es aber auch etwas leiser oder lauter werden. Um störende Schallemissionen zu vermeiden, sollte der Aufstellungsort deshalb richtig gewählt werden: Sie sollte nicht im Bereich von Schlafräumen, zu nah am Nachbarhaus und nicht in Ecken, die den Schall vervielfältigen könnten, aufgestellt werden.

 

Kurz und knapp: Bei Luftwärmepumpen ist die Installation bedeutend einfacher als bei Erdwärmepumpen: Bohrungen oder Aushebearbeiten entfallen, das spart Geld. Überdies ist Luft frei verfügbar und kann ohne Genehmigungsverfahren genutzt werden. Die Anschaffungspreise für die Luftwärmepumpe und auch die laufenden Kosten sind vergleichsweise gering. Allerdings haben Luftwärmepumpen bei tiefen Außentemperaturen im Vergleich zu anderen Wärmepumpen, die geringste Heizleistung. Zudem können ihre Schallemissionen störend sein.