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Dämmstoffe aus Wiesengras

Zellulosefasern aus Wiesengras. © Firma Biowert

Wiesengras ist nicht nur sehr genügsam in der Pflege, es ist auch weitverbreitet und damit ein regionaler, nachwachsender Rohstoff. Der daraus hergestellte Dämmstoff hat aber nicht nur eine günstige Energiebilanz, er sorgt auch für ein angenehmes Raumklima und einen guten sommerlichen Hitzeschutz. Der Dämmstoff Seegras hingegen enthält einen natürlichen Brandsschutz.

Ökologisch und klimaneutral

Dämmstoff aus Wiesengras besteht zu 96 Prozent aus Zellulosefasern und etwa vier Prozent Borsäure. Als nachwachsender Rohstoff ist es CO2-neutral und gilt (durch die Beschränkung der Borsäurebeimischung auf maximal vier Prozent) als gesundheitlich unbedenklich, hautfreundlich und kompostierbar. Zudem können die bei der Herstellung anfallenden Abfallprodukte einer Biogasanlage zugeführt werden, um Strom und Wärme zu erzeugen.
Wiesengrasdämmung, auch Wiesengrascellulose genannt, hat vergleichbare Wärmedämmeigenschaften wie Glas- oder Steinwolle. Bei der Schallisolierung liegt sie sogar vorn. Und es gibt weitere Pluspunkte: Die natürliche Eigenschaft von Wiesengras, Feuchtigkeit zu regulieren, bleibt auch nach der Produktion des Dämmstoffs erhalten und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Die geringe Neigung des Materials sich selbst zu erwärmen, ist wiederum günstig für den sommerlichen Hitzeschutz.

Vom Wiesengras zum Dämmstoff

Wie wird der Dämmstoff nun hergestellt? Für die Verarbeitung wird das weit verbreitete Wiesen- oder Weidegras, also kultiviertes Weidelgras, verwendet. Nach dem Mähen wird es als Silage durch Milchsäuregärung konserviert, um das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen zu unterdrücken. Anschließend wird es gründlich gewaschen, bis die reine Zellulosefaser von dem mit den Rohstoffen angereicherten Wasser getrennt werden kann. Durch das Beimischen von Borsäure wird der Dämmstoff den Auflagen zum Brand- und Rauchschutz gerecht. Eine Dämmung aus Wiesengras erreicht so die Brandschutzklasse B2 (normal entflammbar). Nach der Trocknung in der Trockenstraße kann der Cellulosedämmstoff ein- oder aufgeblasen oder auch als Stopfdämmstoff verwendet werden.

Wiesengrascellulose im Altbau ideal

Als Einblasdämmstoff eignet sich Wiesengras besonders gut für die Altbausanierung. Gerade in schlecht zugänglichen, verwinkelten Ecken des Daches erreicht man durch das Einblasen von Flocken einen sehr guten Dämmschutz, da so der gesamte Hohlraum gleichmäßig und vollständig befüllt werden kann. Empfohlen wird, für das Einblasen eine belüftete Drehdüse zu verwenden. Diese kann die Förderluft ableiten, so dass der Druck in der Konstruktion nicht zu hoch wird und das Material hervorragend in der Konstruktion verteilen. Bei kleinen Hohlräumen reichen übrigens Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 25 bis 35 Millimeter.
In leicht zugänglichen Decken oder noch offenen Fußbodenkonstruktionen kann die Wiesengrasdämmung auch geschüttet werden.

Alternativ: Grasdämmmatten

Eine Variante der Grasdämmung ist die Verarbeitung von Wiesengras zu Matten. Hierbei wird das Gras zunächst ebenso verarbeitet wie beschrieben. Nach dem Trocknen allerdings werden die Wiesengrasfasern mit Bindefasern vermischt und in einer so genannten Backanlage zu Matten verarbeitet. Als Bindefasern können sowohl synthetische als auch Fasern aus Mais- oder Kartoffelstärke verwendet werden. In Deutschland gibt es derzeit allerdings keinen Hersteller von Wiesengras-Dämmstoff in Mattenform.

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