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Trockenschüttung Mineralisch ummantelte Holzspäne

© Cemwood

„Mineralisch ummantelte Holzspäne“ ist die etwas umständliche Umschreibung einer besonders belastbaren Trockenschüttung, bei der durch eine mineralische Ummantelung von Holzspänen die positiven Eigenschaften von Holz und Stein kombiniert werden. Die günstigen mechanischen und bauphysikalischen Eigenschaften des Holzes bleiben erhalten, während die ungünstigen Eigenschaften wie Brennbarkeit, begrenzte Dauerhaftigkeit bei Feuchteeintrag oder Anfälligkeit gegen Schimmel und Schädlinge durch die Schutzschicht aufgefangen werden. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist: Sowohl die hochfeste mineralische Ummantelung jedes einzelnen Spans als auch kubische Form sorgen für hohe Lagestabilität.

Herstellung der ummantelten Holzspäne

In einem speziellen Sprühverfahren wird jeder Holzspan mit einer gleichmäßigen, lückenlosen mineralischen Schicht aus Bindemitteln umhüllt, die ohne chemische Zusätze hergestellt wird. Bei der anschließenden Trocknung verfestigen sich die Mineralien. Zudem werden während des Herstellungsprozesses auch Mineralien im Holz selbst eingelagert, wodurch es zur Versteinerung des Holzes kommt.

Eigenschaften des Materials

Die Wärmeleitfähigkeit ummantelter Holzspäne ist etwas höher als die von nicht ummantelten Spänen. Ihre Wärmedämmwirkung ist also geringfügig schlechter, erreicht aber immer noch einen guten Wert. Die Kombination aus einem weichen und damit federnden Kern und einer festen Hülle wirkt sich dagegen sehr positiv auf die Trittschallminderung aus.

Die ummantelten Holzspäne werden als wasserabweisend klassifiziert und das Quellen und Schwinden des Holzes wird auf ein Minimum reduziert. Die Trockenschüttung ist widerstandsfähig gegen Schimmelpilze, Fäule und Schädlinge. In Bezug auf das Brandverhalten wird sie in die Brandklasse B2 eingestuft.

Die mineralische Schicht bleibt ausreichend diffussionsoffen, so dass sich das Material positiv auf das Raumklima auswirken kann.

Trockenschüttung als „Gebundene Schüttung“

Sowohl durch die Ummantelung als auch durch die spezielle Form der Späne entspricht die Trockenschüttung in ihrer Anwendung einer so genannten gebundenen Schüttung. Bei der Verwendung von Ausgleichsschichten und Schüttungen unter schwimmenden Estrichen wird in der dafür geltenden Norm eine „gebundene Form“ der Ausgleichsschichten gefordert. Gemeint ist damit, dass diese Schichten ausreichend druckfest sein müssen und sich ihre Lage bei und nach der Verlegung des Estrichs nicht verändern darf. Die einzelnen Späne weisen eine sehr hohe Korndruckfestigkeit auf, aber auch die unverdichtet eingebrachte Schüttung unterschreitet in einer Prüfung der Zusammendrückbarkeit den zulässigen Höchstwert um den Faktor 10. Damit ist die lagestabile Trockenschüttung als „gebundene Form“ einzustufen.

Vielfältige Anwendung, einfache Ausführung

Die ummantelten Holzspäne können also ohne das Risiko späterer Wellen oder Risse im Fußboden als Ausgleichsschüttung sowohl unter Trocken- als auch unter Nassestrich eingesetzt werden. Heizungsrohre und Leitungen lassen sich problemlos in dieser Schicht verlegen. Als Trockenschüttung kommen die Vorteile einer deutlich kürzeren Verarbeitungszeit zum Tragen, da gegenüber einer gebundenen Schüttung keine Trocknungszeiten berücksichtigt werden müssen.

Die Ausgleichsschüttung kann auch auf eine Holzbalkendecke oder Massivdecke aufgebracht und mit einer Holzfaserabdeckplatte und einem Holzboden nach oben abgeschlossen werden.

Sowohl bei der Anwendung als Ausgleichsschüttung als auch als Hohlraumschüttung in Doppelwänden, in Holzbalkendecken oder in Dachschrägen ist die Ausführung so einfach, dass sie auch vom Bauherrn in Eigenleistung erbracht werden kann.

Weitere Anwendung: Im Außenbereich können ummantelte und eingefärbte Holzspäne als langlebige und dekorative Beetabdeckungen gegen Unkraut und zum Schutz von Pflanzenwurzeln für farbige Akzente im Garten sorgen.

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