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Terrassenholz

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Wer sich für eine Terrasse aus Holz entscheidet, steht vor einer großen Auswahl unterschiedlicher Holzarten und Verbundmaterialien. Den ultimativen Tipp für das richtige Terrassenholz gibt es leider nicht. Aber die Gegenüberstellung der jeweiligen Vor- und Nachteile verschafft einen guten Überblick.

Lärchenholz für die Terrasse

Lärchenholz ist sehr hart und seine Harze sind wasserabweisend. Es ist daher besonders wetterfest und das Holz verwittert in einem edlen Silbergrau. Durch regelmäßiges Ölen bleibt die ursprüngliche Farbe allerdings länger erhalten. Zudem ist der Preis für Terrassenholz aus Lärche sehr günstig. Dafür ist Lärchenholz nicht lange haltbar. Nach etwa 10 bis 12, maximal 15 Jahren wird es unansehnlich und schadhaft und muss erneuert werden.
Lärchenholz wird häufig als Klassiker unter den heimischen Terrassenhölzern aufgeführt. Aber nicht jedes Terrassenholz aus Lärche kommt tatsächlich aus heimischen Wäldern. Der Importanteil ist sogar sehr hoch. Lärchenholz aus Sibirien ist besonders beliebt. Aus ökologischen Gründen sollte es nur mit einem FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft gekauft werden.

Ökologisch: Heimische Hölzer

Aber auch andere heimische Hölzer werden für den Terrassenbelag verwendet: Douglasie beispielsweise ist im Preis mit Lärchenholz vergleichbar. Unbehandelt kann es als Terrassenholz bis zu 15 Jahre halten, sofern beim Bau der konstruktive Holzschutz - beispielsweise die Gewährleistung, dass Regenwasser schnell wieder abfließen kann - beachtet wird. Für Dauerhaftigkeit steht dagegen Eichenholz. Der Preis ist allerdings auch fast dreimal so hoch wie für Lärchenholz. Auch Terrassenholz aus Robinie ist edel, qualitativ sehr hochwertig und hochpreisig.
Eine günstigere Alternative mit ähnlichen Eigenschaften aber einer geringeren Festigkeit bietet das Holz der Edelkastanie. Europäische Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft werden häufig durch das PEFC-Siegel zertifiziert.

Hohe Dauerhaftigkeit: Dauerholz und Thermohölzer

Kiefer, Buche oder Esche gehören zu den heimischen Hölzern, die unbehandelt nicht für den Außenbereich geeignet sind. Um weicheres oder empfindlicheres Holz haltbarer zu machen, wurden daher zwei Verfahren entwickelt. Eine Variante ist das Haltbarmachen von Holz durch Wachs. Die Terrassendielen werden dabei vollständig, bis ins Innerste in einer auf Wachs basierten Lösung getränkt und so nicht nur oberflächlich haltbar gemacht. Das Wachs wirkt gegen Schädlinge, Pilze, Feuchtigkeitsschäden und zu schnelles Vergrauen. So präpariertes Terrassenholz bezeichnet man als Dauerholz.

Die zweite Variante ist das Konservieren der Hölzer durch Wärme. Diese so genannten Thermohölzer werden in einer Wärmekammer über einen Zeitraum von 40 bis 60 Stunden bei Temperaturen zwischen 170° und 280°C (je nach Holz und Hersteller) haltbarer und formstabiler gemacht. Dabei sorgt unter anderem der starke Feuchtigkeitsverlust durch die Behandlung für eine Haltbarkeit von bis zu 30 Jahren ohne chemische Zusätze. Allerdings ist der Energieaufwand recht hoch und die Belastbarkeit des Holzes nimmt ab. Das Holz bekommt durch die Behandlung einen edlen, dunklen Braunton. Häufig angeboten werden Thermoesche, Thermobuche oder Thermokiefer.

Exotisches Terrassenholz

Um der Zerstörung der Regenwälder durch übermäßigen Raubbau oder illegalen Einschlag entgegenzuwirken, sollte Tropenholz am besten gar nicht, auf keinen Fall jedoch ohne FSC-Zertifikat, verwendet werden! Der Markt hat hierfür inzwischen vielfältige Alternativen zu bieten.
Tropenholz galt lange als erste Wahl für Terrassenholz, da die Hölzer von Natur aus eine sehr hohe Festigkeit und lange Dauerhaftigkeit aufweisen. Die relativ günstigen Tropenhölzer Bangkirai, Masaranduba oder Garapa sind dabei allerdings weniger dauerhaft als die hochpreisigen Tropenhölzer wie beispielsweise Ipé, Cumaru oder Teakholz.

Wie auch Tropenholz oder die sibirische Lärche hat Bambus ebenfalls einen weiten Transportweg. Sein ökologischer Vorteil liegt im extrem schnellen Wachstum der Bambuspflanze, die an sich nicht zu den Holzarten gehört, sondern ein Gras ist. Während noch vor wenigen Jahren die Verwendung von Bambus für Terrassendielen problematisch war, erzielte der nach einem patentierten Verfahren unter Hitze und Druck hergestellte Belag in einem Test am Institut für Holzforschung der TU München sehr gute Ergebnisse.

WPC: Verbundwerkstoffe aus Holz oder Wiesengras

Auch wenn die Neigung zum Aufsplittern nicht bei allen Hölzern gleich ist, kann ein Splitter im Fuß nie ganz ausgeschlossen werden. Das ist anders bei neuartigen Verbundwerkstoffen. WPC steht für Wood-Plastic-Composite, es handelt sich also um einen Verbundwerkstoff aus Holz und Kunststoff. Er besteht zu einem Anteil von 50 bis 90 Prozent aus Holzmehl oder Wiesengras und einem entsprechenden Anteil einer Kunststoffmatrix, häufig Polypropylen (PP) und gilt als garantiert splitterfrei. Der Kunststoff sorgt für hohe Formbeständigkeit und Pflegeleichtigkeit, das Holz für einen natürlichen Charakter. Statt Holzmehl können auch andere Pflanzenfasern wie Flachs oder Wiesengras verwendet werden. WPC ist witterungsbeständig und zu 100 Prozent recyclebar. Besonders nachhaltig ist das WPC, wenn Kunststoff aus dem Ausschuss der Vollkunststoffteilproduktion verwendet wird.
 

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