Schönes Flammenbild im Kaminholzofen

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Im Gegensatz zum Lehmofen muss der Kaminholzofen nicht gebaut, sondern wie der Kaminpelletofen nur aufgestellt und angeschlossen werden. Durch das Verbrennen von Stückholz entsteht ein besonders schönes Flammenbild. Das zusätzliche Knistern im Ofen bringt zudem Lagerfeuerromantik in den Wohnraum, was bei einem Pelletofen durch eine statischere Flamme nicht so deutlich ist. Der Kaminholzofen muss von Hand bestückt werden, ist aber nicht, wie ein Pelletofen, durch eine elektronische Zündung von der Stromzufuhr abhängig.

Dimensionierung

Wesentlich für die Dimensionierung des Kaminofens ist die Frage, ob dieser lediglich in einem Raum für ein schönes Ambiente sorgen, das Heizsystem unterstützen oder die gesamte Beheizung des Hauses übernehmen soll. Möglich ist mit modernen Kaminöfen sehr viel! So ist es denkbar, die Wärme nicht nur im Aufstellungsraum zu nutzen, sondern sie über so genannte Wassertaschen in den vorhandenen Heizkreislauf einzubinden. Es ist auch möglich, diese über Warmluftkanäle in weitere Räume oder andere Geschosse zu führen.

Für die richtige Dimensionierung sind neben der zu beheizenden Fläche Baujahr und Dämmstandard des Hauses entscheidend. So kann der Wärmebedarf in einem schlecht isolierten Altbau fast doppelt so hoch sein wie in einem Neubau. Für eine Wohnfläche von 50 Quadtratmetern kann in einem Neubau ein 3 kW-Ofen vollkommen ausreichend sein, während in einem Altbau bereits 6 kW-Leistung erforderlich sind. Hier sollten sich Interessierte gut beraten lassen, denn ein unterdimensionierter Ofen ist ebenso ungünstig wie ein Ofen, der den Raum zu stark aufheizt, so dass man am Ende womöglich die Fenster aufreißt, um die überschüssige Wärme wieder rauszulassen.

Raumluftunabhängige Kaminholzöfen

Bei der Verbrennung von Holz entsteht neben Kohlendioxid Feinstaub. Dieser kann für Asthmatiker unter Umständen problematisch sein. Daher sind auf dem Markt inzwischen ausgefeilte Systeme mit hochwertigem Filtermaterial und spezieller Luftführung erhältlich, die den Feinstaub weiter reduzieren. Insgesamt sollten die bei einer sauberen Verbrennung des Holzes entstehenden Stoffe keine gesundheitlichen Probleme bereiten. Schwierig wird es, wenn beispielsweise zu feuchtes Holz verbrannt wird oder trockenes Holz durch eine zu geringe Luftzufuhr nur unvollständig verbrennt. Dann entsteht so genannter Schwelbrand, mit giftigem Kohlenmonoxid und umweltschädlichem Methangas. Außerdem sollte natürlich nie behandeltes Holz verwendet werden.

Durch immer dichtere Bauweisen kommt so genannten raumluftunabhängigen Kaminöfen eine besondere Bedeutung zu. Bei der Kombination von Feuerstätten mit Festbrennstoffen, wie eben einem Kaminholzofen, mit einer kontrollierten Lüftung, muss gewährleistet sein, dass der Verbrennungsluft im Kamin immer ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht. Durch einen separaten Zuluftkanal oder einen doppelzügigen Schornstein nutzt der Kaminofen externe Luft für die Verbrennung. Zug- und Druckverhältnisse bleiben stabil und die Verbrennung verläuft weitestgehend vollständig.
Raumluftunabhängige Kaminöfen müssen als solche zertifiziert sein und benötigen eine bauaufsichtliche Zulassung. Beraten kann hier beispielsweise der zuständige Schornsteinfeger.

Brennstoff und Lagerung

Interessant ist bei der Brennstoffwahl, dass unterschiedliche Hölzer unterschiedliche Brennwerte haben. Eiche, Buche, Robinie oder Esche sind beispielsweise Hölzer mit sehr guten Brennwerten, während Pappel, Weide oder Tanne weniger „ergiebig“ sind. Nadelhölzer können zudem einen starken Funkenflug verursachen und brennen schneller ab. Kaminholzöfen eignen sich auch für Holzbrickets. Eine detaillierte Übersicht über den Brennwert einheimischer Holzarten finden sie hier.

Für die Lagerung des Brennholzes sollte ein relativ sonniger Standort gewählt werden. Zudem ist es wichtig, dass das Holz vor Regen von oben und gegen Feuchtigkeit von unten geschützt ist. Idealerweise wird es vor der Lagerung gespalten, da es dann besser trocknen kann. Die Restfeuchte des Holzes muss unter 20 Prozent liegen. Auf Grund der fehlenden Luftzirkulation sollte Brennholz nicht in geschlossenen Räumen getrocknet werden. Die Trocknungszeit kann 1 bis 2 Jahre betragen. Experten empfehlen daher einen deutlich größeren Lagerplatz, als es für den direkten Verbrauch notwendig ist.

Für die Berechnung der Mengen ist wichtig zu wissen, dass sich die Bezeichnung 1 Raummeter auf Rundhölzer bezieht, die auf einer Fläche von 1 mal 1 Meter auf 1 Meter Höhe aufgestapelt werden. 1 Raummeter entspricht wiederum 0,65 Festmeter. (Einem massiven Holzquader mit jeweils 1 Meter Seitenlänge).