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Mineraldämmplatten Innendämmung leicht gemacht

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Mineraldämmplatten

So genannte Mineraldämmplatten besitzen die Fähigkeit, sehr viel Wasser aufnehmen, speichern und später wieder abgeben zu können. Die Fachwelt spricht hier von hoher Kapilaraktivität und einem guten Sorptionsvermögen. Im Wesentlichen besteht das Material aus Sand, Kalk, Zement, Wasser und bei einigen Produkten aus Lehm, was die günstigen bauphysikalischen Eigenschaften zusätzlich verbessert. Diese mineralischen Grundstoffe werden zu einem feuchteunempfindlichen Dämmstoff aufgeschäumt. Durch einen sehr hohen Luftporenanteil von bis zu 98 Prozent ist das Material sehr leicht und hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit, also eine gute Dämmwirkung.

Calcium-Silikatplatten

Eine besondere Bedeutung unter den Mineraldämmplatten kommt den Calcium-Silikat-Platten zu, die auch unter der Bezeichnung „Klimaplatten“ bekannt sind. Dieser naturnahe, mineralische Baustoff besteht aus Siliciumdioxid, Kalziumoxid, Wasserglas und etwa 5 Prozent Zellulose. Die Herstellung ist verwandt mit der von Porenbeton oder Kalksandstein. Das Besondere an der Calcium-Silikatplatte ist ihre ausgesprochen hohe Diffusionsoffenheit. Sie ist in der Lage, eine noch größere Menge an Feuchtigkeit aufzunehmen als Mineralschaumplatten.
Durch eine zusätzliche, sehr hohe Alkalität (ph-Wert von 14) sind die Platten zudem resistent gegen Schimmelsporen. Das macht sie so interessant für bauphysikalisch schwierige Innendämmungen, beispielsweise bei denkmalgeschützten Fassaden oder zur Behandlung feuchter Außenwände. Allerdings ist die Wärmeleitfähigkeit gegenüber der Mineralschaumplatte höher, ihre Dämmwirkung also entsprechend schlechter.

Weitere Eigenschaften von Mineraldämmplatten

Sowohl Mineralschaumplatten als auch Calcium-Silikatplatten werden als baubiologisch unbedenklich eingestuft, sind formstabil, druckfest und nicht brennbar. Sie entwickeln bei Feuer keinen Rauch oder toxische Gase und können in die Brandschutzklasse A1 eingestuft werden.

Bei Innendämmsystemen ist übrigens gerade bei der Verwendung von Calcium-Silikatplatten keine Dampfsperre oder Dampfbremse notwendig. Mineralschaumdämmplatten sind neben der Innendämmung von Außenwänden auch geeignet für die Außenwanddämmung im Wärmedämmverbundsystem, für die Dachdämmung oder für vorgehängte hinterlüftete Fassaden.

Einfache Verarbeitung

Sowohl Mineralschaum- als auch Calcium-Silikatplatten sind leicht zu verarbeiten. Sie sind leichtgewichtig, handlich und gerade durch die Faserfreiheit einfach zuzuschneiden. Der bei der Verarbeitung entstehende Staub kann zwar lästig sein, wird aber nicht als gefährlich eingestuft.

Die Dämmplatten zur Innendämmung werden geschraubt, gedübelt oder vollflächig mit Leichtmörtel auf dem Untergrund verklebt. Auf die Platten wird eine Armierungsschicht mit Armierungsgewebe für eine rissfreie Oberfläche aufgebracht. Abschließend wird die gesamte Fläche verputzt. Die Platten sind für fast alle Untergründe wie Kalk- oder Kalkzementputz, Lehmsteine, Lehmbauplatten, Mauerwerk oder Gipsputze geeignet. Sinnvoll - auch im Sinne der Gewährleistung – ist, immer im System zu bleiben und die entsprechenden Materialien eines Herstellers zu verwenden.
Für Tür- und Fensterlaibungen können im Altbau übrigens sehr gut Laibungsplatten mit geringerer Stärke verwendet werden. Gerade nach dem Austausch alter Fenster gegen gut dämmende neue Fenster ist dies eine energetisch und bauphysikalisch notwendige Maßnahme.

 

Übersicht

Material Wärmedämmstoff aus Calciumsilikat-Hydraten
Anwendungsgebiete WI, WTR, DI (nach DIN V 4108-10)
Brandverhalten A1 (Euroklasse A1, nicht brennbar, DIN EN 13501-1)
Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ = 0,042 W/m*K
Wasserdampf-Diffusionswiderstand μ = 3 - 5
Zugfestigkeit > 0,07 N/mm2
Rohdichte ca. 110 kg/m3
Druckfestigkeit > 150 Pa