Start » News » Baubiologie » Verbesserung der raumluft durch zimmerpflanzen
Wohngesundheit

Verbesserung der Raumluft durch Zimmerpflanzen

© Schlierner, fotolia.com

Schadstoffe können nicht nur in Baustoffen zum Problem werden, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch zu dicker Luft im Büro oder Wohnraum führen. Die Ursache für eine Belastung der Raumluft kann vielfältig sein. Da sind zunächst einmal die Möbel zu nennen. Hier werden noch immer sehr häufig Spanplatten verwendet, die als Bindemittel Formaldehydharze enthalten. Lacke auf Kunstharzbasis geben Lösungsmittel an die Raumluft ab und Böden aus PVC, die gerade als Vinyl wieder reißenden Absatz finden, enthalten flüchtige Weichmacher die hormonelle Wirkungen haben können. Doch auch unbehandelte Vollholzmöbel, insbesondere aus Nadelhölzern können problematische Stoffe, wie z.B. Terpene, in die Luft abgeben.

Gesundheitliche Beschwerden durch Wohngifte

Erhöhte Schadstoffkonzentrationen in der Raumluft können zu Reizungen von Augen, Haut oder Schleimhäuten führen. Aber auch Kopfschmerzen, Reizhusten, Schwindel und Konzentrationsschwäche treten häufig in Verbindung mit zu hohen Schadstoffbelastungen in Räumen auf. Sind von diesen Symptomen gleich mehrere Menschen in einem Gebäude betroffen, so spricht man auch vom sogenannten Sick-Building-Syndrom.

Zur Verminderung von Schadstoffkonzentrationen gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Ansatzpunkte:

  1. Mögliche Schadstoffquellen beseitigen bzw. gar nicht erst einbringen. Wenngleich Baustoffe aus Naturmaterialien nicht gänzlich frei von Schadstoffen sind, so bieten Sie doch eine große Sicherheit vor den wichtigsten Schadstoffen in der Raumluft (Formaldehyd und künstliche Lösungsmittel).
  2. Reduktion der Schadstoffkonzentration durch regelmäßigen Luftaustausch. Dies kann entweder durch eine Lüftungsanlage kontinuierlich erfolgen oder muss durch manuelles Lüften vorgenommen werden.

Zimmerpflanzen können die Luftqualität verbessern

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Raumluft durch Zimmerpflanzen zu verbessern. Pflanzen haben die Fähigkeit, unter dem Einfluss von Sonnenlicht Kohlendioxid in Sauerstoff zu verwandeln. Bei diesem Prozess werden neben Kohlendioxyd auch andere Gase aufgenommen und teilweise abgebaut. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat diesen Effekt wissenschaftlich näher untersucht und die Ergebnisse 1989 der Öffentlichkeit präsentiert.

Ziel der Studie war es zum einen das Potential der reinigenden Wirkung von Zimmerpflanzen zu bestimmen und zum anderen die Pflanzen zu identifizieren, welche am besten Schadstoffe aus der Luft filtern können. Untersucht wurden dabei die drei Schadstoffe:

  1. Benzol: war früher wichtiges Lösungsmittel. Durch die krebserregende Wirkung wird es heute kaum noch eingesetzt. Es ist aber noch immer ein Bestandteil von Benzin. Eine Quelle für Benzol in geschlossenen Räumen ist Zigarettenrauch (10–100 µg pro Zigarette)
  2. Formaldehyd: wird sehr vielseitig eingesetzt. Mögliche Emissionsquellen können Holzwerkstoffplatten (Span- und Faserpatten), Bodenbeläge, Möbel und Textilien sein. Formaldehyd in der Raumluft kann zu Allergien, Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen führen. Ferner wird es seit dem 1.4.2015 von der EU als wahrscheinlich „karzinogen beim Menschen“ eingestuft.
  3. Trichlorethylen: früher bedeutendes Lösungsmittel, heute unbedeutend.

Getestet wurden verschiedene Zimmerpflanzen in Erdtöpfen, darunter weit verbreitete Arten wie Drachenbaum, Grünlilie, Efeurute, Ficus benjamin und Philodendron, die man bei Fachanbietern wie palmenmann.de online bestellen kann kann.

Viele der Pflanzen zeigten dabei erstaunliche Fähigkeiten. So konnte der Drachenbaum den Formaldehydgehalt in einer Versuchskammer innerhalb von 24 Stunden um bis zu 70 % reduzieren. Der beliebte Ficus benjamin schaffte immerhin noch eine Reduktion um 50 %. Die besten Werte beim Benzol erreichte der Efeu mit rund 90 %, gefolgt von verschiedenen Drachenbaumarten (79 und 73 %) und Blattfarne (79 %).

Inwieweit diese Ergebnisse in der Versuchskammer auch 1:1 auf Wohn- und Arbeitsräumen übertragen werden können, wurde nicht untersucht. Gleichwohl ist bei den hohen Werten davon auszugehen, dass auch unter normalen Bedingungen von einer relevanten luftreinigenden Wirkung dieser Zimmerpflanzen ausgegangen werden kann.

Mit Zimmerpflanzen verschönern sie also nicht nur ihre Wohn- und Arbeitsumgebung, sie können auch die Raumluft nachhaltig verbessern. Der Sauerstoffgehalt wird verbessert, hingegen Schadstoffe reduziert werden können. Zusätzlich haben auch einen positiven Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen.
Viele Gründe also, die Räume grüner zu machen! Über regelmäßiges Lüften kommt man aber auch mit sehr vielen Zimmerpflanzen nicht herum.