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Diese Neuerungen kommen auf Bauherren im Jahr 2015 zu

Grafik Änderungen für Bauherren 2015
Änderungen für Bauherren 2015

Im Jahre 2015 kommen auf Grundstücksbesitzer einige Neuerungen zu, die sie beim Bau oder bei der Renovierung eines Hauses beachten sollten. Das betrifft zum einen die Finanzierung des Objekts, denn die Grunderwerbssteuer sowie die Kreditmöglichkeiten haben sich zum Jahreswechsel verändert. Aber auch ausgefallenere Wünsche, wie ein neuer Kamin, sind von neuen Verordnungen betroffen. Dies ist auf die Novellierung der Bundes-Immissionsschutzverordnung zurückzuführen, die als ein Steckenpferd des deutschen CO2-Haushaltes gilt. Der letzte Aspekt ist die Energiesparverordnung, die auch im Jahre 2015 Auswirkungen auf Hausbesitzer hat.

Die Grunderwerbssteuer wurde erhöht

Entwicklung der Grunderwerbssteuer

In Nordrhein-Westfalen hat die Rot-Grüne Koalition die Grunderwerbssteuer auf 6,5 Prozent erhöht. Ursprünglich lag dieser Anteil bei fünf Prozent. Auch im Saarland wurde diese Steuer von 5,5 auf 6,5 Prozent angehoben. Obwohl lange Zeit dementiert wurde, dass dies umgesetzt wird, ist die nordrhein-westfälische Koalition schlussendlich doch diesen Schritt gegangen. Die Verantwortlichen argumentierten, dass mit dem überschüssigen Geld der Haushalt saniert werde. Kritik kommt seitens der FDP von Parteichef Christian Lindner, der gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk Köln scharfe Kritik äußerte: „Wer in Zeiten von Rekordeinnahmen und Niedrigzinsen die Steuern erhöhen muss, der kann mit Geld nicht umgehen.“ Ähnliche Anmerkungen kommen von Seiten des Wohneigentums NRW, die Probleme in der Belastungsgrenze der Grundstückseigentümer sehen, zumal bereits 2011 der Rahmen von 3,5 Prozent auf fünf Prozent erhöht wurde. Bis zum Jahre 2006 war der Steuersatz einheitlich auf Bundesebene geregelt. Damals betrug dieser 3,5 Prozent. Seitdem werden die Gebühren in den Bundesländern sukzessive erhöht.

Kreditrahmen für Energieeffizienz und altersgerechtes Umbauen verbessert

Die staatliche Förderbank KfW ist Bauherren besonders im Bereich des energieeffizienten Sanierens, des Wohneigentums sowie des altersgerechten Umbauens entgegengekommen, indem die Bedingungen für eine Förderung um bis zu 0,25 Prozent verringert wurden. Das führt zu einem extrem niedrigen Zinsniveau, sodass es für Bauherren umso attraktiver wird, zu bauen. Einer Pressemitteilung der Kreditanstalt für Wiederaufbau zufolge erhöhen sich beim „Energieeffizienten Sanieren“ die Tilgungszuschüsse um fünf Prozent auf bis zu 22,5 Prozent. Außerdem entsteht ein verbindlicher Anspruch auf Zuschüsse für Baubegleitung. Diese umfasst 50 Prozent der Kosten, die für Fachplanung und Baubegleitung anfallen.
Die obige Statistik zeigt, dass die Nachfrage der KfW in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Gerade im Jahre 2012 gab es einen Höchststand bezüglich der Förderausgaben des „Energieeffizienten Sanieren“ der Kreditanstalt. Das belegt, dass das Umweltbewusstsein der Bauherren in den vergangenen Jahren an Bedeutung zugenommen hat und sich die Beteiligten durchaus über die Vorteile dieser Sanierungen im Klaren sind.

Förderausgaben der KfW

Quelle: Statista GmbH

Zinssatz der Risikolebensversicherung wurde gesenkt

Einem Beitrag des Dienstleisters Ergodirekt zufolge kann auch die Versicherung eine wichtige Rolle beim Hausbau spielen. So kann beispielsweise durch eine Risikolebensversicherung die Baufinanzierung abgesichert werden. Diese Versicherung funktioniert, indem beispielsweise im Todesfall, der Partner einen Teil der Versicherungssumme ausgezahlt bekommt, um die finanzielle Belastungen aus dem Hauskredit weiterhin stemmen zu können. Die Summe der Versicherung und die Laufzeit sollten sich auf ungefähr drei bis fünf Jahresgehälter belaufen. Momentan liegt der Garantiezins bei 1,25 Prozent. Dieser gilt jedoch lediglich für die Neuverträge. Die alten Verträge laufen weiterhin mit einem Garantiezins von 1,75 Prozent. Der Zinssatz stellt sicher, dass das eingezahlte Kapital einer Mindestverzinsung unterliegt.

Die Novelle der Bundes-Immissionsschutzverordnung

Holzfeuer im Kamin
Kaminöfen sind der Bundes-Immissionsschutzverordnung unterworfen. | Pixabay © Chris_Pluta

Feuer ist die älteste Heizform. Holz ist ein Energieträger, der permanent zur Verfügung steht. Dennoch werden die Auflagen für Kaminöfen und anderer kleinerer und mittlerer Feuerungsanlagen immer strenger. Grund ist die erhöhte Feinstaubbelastung. Deshalb wurde die Bundes-Immissionsschutzverordnung etabliert. Eine Novellierung dieser Regelung hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, denn die Geruchsbelästigung und das Feinstaubaufkommen durch die Kamine soll nun strenger geregelt werden. Doch die Verordnung polarisiert extrem. Zwar sehen viele ein, dass die CO2-neutrale Energienutzung ein wichtiger Aspekt bei der nachhaltigen Klima- und Energiepolitik darstellt, aber dennoch fühlen sich einige Inhaber dieser Feuerstellen missverstanden.

  • Was ist die Bundes-Immissionsschutzverordnung?
    Diese Verordnung regelt die kleineren und mittleren Feuerungsanlagen. Hier ist beispielsweise von Kaminöfen, Kachelöfen, Herden oder offenen Kaminen die Rede. Grundsätzlich handelt es sich also um die Feuerungsanlagen, die ursprünglich keiner Genehmigung unterlagen. Es werden folglich die Bedingungen vorgegeben, die notwendig sind, um diese Gas-, Öl-, Kohle oder Holzheizungen zu nutzen. Es soll in erster Linie der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen geregelt werden. Die Novellierung kam zustande, da besonders bei Tagen mit einer austauscharmen Wetterlage, die Auswirkungen auf die Feinstaubverschmutzung erheblich waren.
  • Welche Auswirkungen hat das auf die Verbraucher?
    Ab 2015 dürfen Verbraucher demnach keine Modelle mehr verwenden, die vor 1975 errichtet wurden und die Grenzwerte des Schadstoffausstoßes überschreiten. Des Weiteren müssen alle anderen Exemplare mit einem Partikelfilter ausgestattet sein.

Die Auswirkungen der Energiesparverordnung (EnEV)

Übersicht Naturdämmstoffe
Die wichtigsten Naturdämmstoffe

Diese Regelung ersetzt seit 2002 die Wärmeschutzverordnung und betrifft ein Großteil der Gebäude, die beheizt oder klimatisiert sind. Hintergedanke ist, dass rund 40 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland auf das Heizen der Gebäude zurückzuführen ist. Eine Einsparung und eine Regulierung dieser Emissionen bietet die Möglichkeit, die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern. Bauherren müssen auch bei Heizungen aufmerksam sein. So ist sicherzustellen, dass der Heizkessel nicht vor 1985 installiert wurde. Ist das der Fall, muss dieser ersetzt werden. Bei einem Neubaus oder einem Austausch, können verschiedene Heizsysteme gewählt werden, die die Energiekosten langfristig senken und einen positiven CO2-Haushalt gewährleisten können. So gibt es beispielsweise Wärmepumpen, die die Erdwärme nutzen oder Blockheizkraftwerke, die auf der Kraft-Wärme-Kopplung basieren.
Des Weiteren schreibt die Energiesparverordnung vor, dass alle Dachböden ab 2015 adäquat gedämmt werden. Falls dies nicht möglich ist, so kann dies auch alternativ beim Dach nachgerüstet werden. Verfügt das Dachgeschoss jedoch bereits über einen Mindestwärmeschutz von DIN 4108-2:2013-02, dann fällt keine Nachrüstung an. Bei der Dachdämmung, die ebenfalls eine Möglichkeit darstellt, der Verordnung nachzukommen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise die Aufsparrendämmung, bei der die Isolierung großflächig über den gesamten Dachsparren verteilt wird. Dadurch, dass die Dämmschicht überall über die gleiche Stärke verfügt, können keine Kältebrücken entstehen. Hierzu eignen sich besonders die Holzfaserdämmplatten. Des Weiteren gibt es die Zwischensparrendämmung, bei der der Dämmstoff zwischen den Sparren angebracht wird. Es eignen sich besonders Zelluloseflocken, Hanfdämmmatten oder Flachsdämmmatten als Material bei der Zwischensparrendämmung.